Chile

Sonntag, 18. September 2005

El dia de patria de Chile

Heute ist nun der grosse Tag fuer die Chilenen gekommen. Am 18. September 1810 wurde die erste Nationalregierung Chiles gewaehlt, ein Heer aufgestellt und eine Verfassung ausgearbeitet. Dies war der Beginn des Abspaltungsprozesses von Spanien.

Schon seit einigen Tagen steht ganz Chile dafuer auf dem Kopf. Es gibt riesige Festwiesen in den Parks von Santiago. Gestern war ich im Parque O'Higgens mit meinen Mitbewohnern. Es wird viel getrunken, gegessen und getanzt.

Heute werde ich mit Ariel in Richtung Valparaiso fahren. Das liegt cira 1,5 Busstunden in westlicher Richtung von Santiago direkt am Meer. Ariel hat mich eingeladen mit seiner Familie zu feiern, denn seine Grosseltern leben da. So habe ich das Glueck in einer typisch chilenischen Umgebung den Tag der Unabhaengigkeit zu erleben... Wir bleiben bis Dienstag dort und wollen ausser dem Feiern richtig schoen am Strand faulenzen! :o) Viva Chile....

Ganz brandaktuell gibt es seit heute einige Fotos im neuen Chile-Fotoalbum!

Samstag, 17. September 2005

Ein Land bereitet sich vor!

Am Sonntag, dem 18. September wird in Chile die Unabhaengigkeit von Spanien gefeiert. Der argentinische General José de San Martin besiegte 1817 die Spanier bei Chacabuco und ebnete damit Chiles Weg in die Freiheit.

Schon seit Wochen sind die Festtagsvorbereitungen im Gange. Die Laeden, Plaetze und Strassen sind geschmueckt mit Girlanden, Fahnen und Blumen in den chilenischen Farben: rot, weiss, blau!
Es werden schon seit Wochen die typischen Empanadas verkauft. Diese Blaetterteigtaschen haben unterschiedlichste Fuellungen (z. Bsp. Fleisch oder Kaese) und sind super lecker.
Auf den Plaetzen und in den Parks wird Cueca in volkstuemlichen Trachten getanzt, ein Erlebnis! Die Frauen tragen kunterbunte Kleider, die Maenner Ponchos, eine Art Reitstiefel und Huete. Es ist so goldig, wenn schon die Kinder wild herumwirbeln...

Die Cueca ist der offizielle Nationaltanz von Chile und eine Art Paartanz, bei dem sich die beiden Tanzpartner aufeinander zu und im Halbkreis umeinander herum bewegen. Der Tänzer und die Tänzerin tragen jeweils ein Taschentuch in ihrer rechten Hand, mit dem sie ihre Bewegungen unterstreichen.
In Chile gibt es mehrere regional unterschiedliche Variationen der Cueca mit verschiedenen Trachten.

Ich freue mich natuerlich schon sehr auf dieses Fest, denn hier steppt fuer 3 Tage der Baer!!!

Die erste Woche im Jugend-Therapiezentrum hat mir sehr gut gefallen. Noch immer macht mir mein Spanisch Probleme. Teilweise bin ich super frustriert, weil ich viel lerne und kaum Fortschritte bemerke. Und nun ist das mit den Kids nochmal schwieriger, da sie viel mit "Slang" sprechen....

Die Maedels und Jungs sind zwischen 15 und 18 Jahre alt. Das Drogenproblem ist allgegenwaertig, wobei bei den Maedchen noch dazu kommt, dass viele bereits sehr jung Muetter werden.
Die Zentrum leistet eine Nachmittagsbetreuung unter psychologischer und paedagogischer Obhut. Es gibt jeden Tag nach dem Mittagessen ein Programm, wie bspw. Gespraechstherapien oder Ausfluege.
Die Angestellten sind super nett und auch die Jugendlichen haben mich freundlich empfangen. In der ersten Woche habe ich erstmal nur in den Alltag reingeschnuppert und die Leute kennen gelernt. Bald werde ich wahrscheinlich eigene Workshops machen, denn ich habe schon viele Ideen.

Gestern war der Geburtstag meiner Mitbewohnerin Deborah. Sie ist 23 geworden und zur Feier des Tages gab es Deutschen Zupfkuchen, denn ich unter Schwerstbedingungen doch ganz gut hinbekommen habe. Zum einen gibt es hier keinen richtigen Quark, weshalb ich eine Art Frischkaese dazu umfunktionieren musste. Der war allerdings super waessrig, weshalb ich schon befuerchtete, dass aus dem Kuchen ein Pudding wird. Zum anderen ist unser Ofen eine echte Krankheit. Statt der ueblichen 40 Minuten musste der Kuchen 2 Stunden in der Roehre stehen.

Waren gestern dann zum ersten Mal tanzen in der sagenumwobenen "Blondie" Diskothek. Ist ein riesiger Schuppen auf mehreren Etagen mit recht zwiespaeltigem Ruf. Mein Mitbewohner Rodrigo meinte, dass sich dort eine wahnsinnige Fauna von seltsamen Schrillies trifft, haha.
Mir kam es vor, wie ein altes Kirchengebaeude. Die Einrichtung ist genial, ueberall haengen Leinwaende, wo die Musikvideos mitlaufen. Na und die Musik ist einmalig: 80 er Jahre ohne Unterbrechung!! Haben stundenlang abgehottet: super genial...

Montag, 12. September 2005

Der chilenische 11. September

Der gestrige Sonntag war ein bedeutender Tag in der chilenischen Geschichte. Vor 32 hat der damalige Oberbefehlshaber Pinochet durch einen Militaerputsch die Regierung unter Allende radikal abgesetzt. An diesem Tag herrschte Terror pur: tausende Menschen wurden interniert, gefoltert und getoetet. Bis heute ist der Verbleib von vielen Opfern unklar...

Obwohl die Demonstrationen gegen diese Gewaltherrschaft heute nur noch recht unbedeutend sind, so ist doch in den Strassen verstaerkte Polizeipraesenz zu spueren gewesen. Dazu muss ausserdem gesagt werden, dass die Uniformen der Carabineros total respekteinfloessend aussehen mit ihren Maschinenpistolen und der Kampfausruestung.

Meine Mitbewohner Deborah, Edwin und ich waren in der Stadt bummeln, als ploetzlich eine kleine Gruppe von Demonstranten durch die Strassen zog. Sie trugen Schilder mit Namen von Familienangehoerigen, die waehrend des Putsches spurlos verschwanden. Binnen weniger Sekunden kam ein wahnsinniges Polizeiaufgebot mit panzeraehnlichen Fahrzeugen und brachte die gesamte Menschenmenge in Bewegung. Wir entschieden uns daraufhin fuer den Rueckweg, als uns Leute hustenderweise und mit traendenen Augen entgegen kamen.
Auch wir spuerten gleich ein Kribbeln in der Nase und die Augen brannten uns. Ziehmlich sicher wurde von der Polizei irgendein Gas versprueht, um die Leute auseinander zu treiben... Meine Erfahrung mit diesem Tag waren also schon etwas aufregend.

Nachmittags war ich allerdings mit Ariel spazieren und die Lage war total entspannt. Es war ein wunderschoener Sonntag nachmittag und wir sind auf den "Cerro Santa Lucia" gegangen. Auf diesem Huegel mitten in der Stadt wurde die Stadt Santiago gegruendet. Heute hat man von da eine wundervolle Aussicht auf die City und die umgebenden Berge. Der Sonnenuntergang beleuchtet die Stadt in den tollsten Rot- und Gelbtoenen. Ein tolles Erlebnis!

Heute ist mein erster Tag als Voluntaer. Ich werde fuer die naechsten Wochen jeden Nachmittag in einer Einrichtung fuer Jugendliche arbeiten. Die befindet sich in Reinca, einem aermlicheren Vorort Santiagos und kuemmert sich um die nachschulische Betreuung von Kindern unter 18 Jahren. Viele unter ihnen haben Drogenprobleme. Die Einrichtung soll Alternativen zum Strassenleben schaffen. Ich bin sehr gespannt auf die Arbeit, die Kids und freue mich auf diese Erfahrung.

Samstag, 10. September 2005

Jump!

Hey ist das genial, es gibt doch tatsaechlich Internetseiten, wo man live Radio hoeren kann und zwar meine heimischen Sender!!! Sitze gerade bei meinen Mitbewohnern am Rechner (22:10 Uhr) und hoere das Morgenprogramm von Energy Sachsen und Jump Radio.... Somit weiss ich genau wo in Sachsen die Blitzer stehen und was sonst so auf den Strassen etc. los ist. :o) Werde mir gleich mal ein paar Schlagersender suchen, bin ja schon elends lang auf Entzug!!! SOOOOOOOOOOOOOOOOO Genial!! Als waere ich gar nicht so weit weg.

War gestern mit Ariel bis in die Puppen tanzen: Merengue, Regeton (eine neue Tanzrichtung) etc. Das war soooo super, zumal Ariel ein fantastischer Taenzer ist.

Hatte ich schon erwaehnt, dass Chile voll auf die 80er abfaehrt?? Hier gibt es kaum Technoclubs, sondern ueberall 80er Jahre Parties und DEMO-Naechte.... ahhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh. Vielleicht ruehrt meine Megabegeisterung fuer dieses Land ja daher?!?
Oder liegt es vielleicht auch am deutschen Programmkino, was hier im Uebrigen mit spanischen Untertiteln laeuft und kostenlos ist? Meine Mitbewohner und ich haben am Montag naemlich zusammen "Fickende Fische" gesehen, was deren Vorschlag war. So lieb sich ueber solche Sachen zu informieren, oder?
Ach die (Rodriguez 33 aus Chile, Carlos 27 aus Chile, Maggie aus Chile, Edwin 25 aus Nicaragua, Deborah 21 aus Australien) sind alle so klasse... verschoenen mir meinen Aufenthalt noch zusaetzlich.

Wein und Bier sind echt billig und dabei noch gut, fuer eine Flasche guten Rotwein zahl ich hier ca. 800 Pesos, was ungefaehr 1.50 Euro entspricht! :o)
An der versmogten Luft kann meine Leidenschaft jedenfalls nicht liegen. So selten sehe ich die wunderschoenen Anden...

Mittwoch, 7. September 2005

20 Zentimeter... autsch!

Heute bin ich eigentlich gar nicht gluecklich, sondern zutiefst entsetzt. War gerade beim Friseur und hab meine schoenen langen Haare da gelassen. Jetzt reichen mir die laengsten Haare gerade mal bis kurz ueber die Schulter.... buhu!!!! Mein Pferdeschwanz ist soooooooooooooo mini! Wollte so einen krassen Wandel gar nicht haben und war dementsprechend ueberhaupt nicht drauf eingestellt. NUN HABE ICH KURZE HAARE..... AAAAAAAAAAAHHHHHHHH :o(

Willst Du mich vielleicht ein bissel aufmuntern? Waere lieb, wenn Du mir ne schoene Ansichtskarte schicken wuerdest aus der Stadt wo Du gerade bist. Meine Mitbewohner sind super an Deutschland bzw. Europa interessiert und wuerden sich sicherlich auch freuen. Wir haben hier im Wohnzimmer naemlich schon einige Karten von der ganzen Welt haengen und da wuerde Deine super dazu passen!! Nebenbei wuerde ich mich natuerlich super freuen...
Die Adresse findest Du unter "Aktuelle Adresse"
Gracias :o)

Dienstag, 6. September 2005

Neue Adresse

Hab ich schon erwaehnt, dass meine neue WG total klasse ist? Naja kann nicht schaden hiermit nochmals darauf hin zu weisen... :-)

Unter dem Menuepunkt "Aktuelle Adresse" findest Du uebrigens auch meine neue Adresse, sowie Telefonnummer. Drei meiner fuenf Mitbewohner sprechen allerdings weder Englisch, noch Deutsch. Aber ich freue mich natuerlich ueber jeden Anruf und wenn ich da bin, werde ich auch an den Hoerer geholt. Einfach nur verzweifelt "Sylvie, Sylvie, Sylvie" rufen.... haha!

Werde hier in jegliche Aktivitaeten mit einbezogen. Abends sitzen wir oft zusammen und quasseln gemuetlich. Morgen wollen wir ins Kino des Goethe-Instituts, am Wochenende waren wir auf einem Festival... Alles junge kreative Koepfe, mit denen das Leben hier soviel Spass macht.

Momentan konzentriere ich mich nur auf mein Spanisch. Es ist echt gar nicht so einfach und teilweise bin ich der Verzweiflung nahe. Aber Schritt fuer Schritt lerne ich dazu und kann auf jeden Fall rudimentaeren Smalltalk betreiben, ganz zu schweigen von meinem chilenischen Slang.

Freitag, 2. September 2005

Fruehlingsanfang in Santiago

Heute hatte ich die erste Nacht in meiner neuen WG verbracht. Wie toll doch alles ist!!! Vorallem bin ich so froh, dass ich wahnsinnig symphatische Mitbewohner habe. Am Wochenende will ich einen WG-Abend machen mit Lasagne und Rotwein, um alle mal ein bisschen besser kennen zu lernen.

Das Viertel Barrio Brasil ist einzigartig. Heute und morgen findet hier ein kleines Fest statt: "La 1a Feria de la Creatividad y el emprendimiento juvenil", wo junge kreative Leute selbstgefertigte Sachen verkaufen. Richtig schoenen Schmuck, Kerzen, Kleidung, Marmeladen etc. Morgen gibt es da auch ein Konzert mit einer chilenischen Folkloreband, die Ariel total gut findet und deshalb unbedingt mit mir anschauen moechte.

Morgen fangen wir beide dann auch endlich mit dem Unterricht an. Er will Deutsch lernen und ich muss mein Spanisch endlich mal alltags- und kommunikationstauglich machen. Am Goethe-Institut habe ich ausserdem noch einen weiteren "Intercambio" (Tandempartner) gefunden, den ich morgen nachmittag kennen lerne.

Ach das Leben ist so wundervoll: war noch nie so entspannt! Schlafe morgens immer lange, lerne jeden Tag neue Leute kennen, verbringe viel Zeit mit lieben Menschen... Boah ich muss mich ja echt anhoeren wie ein bekifter Hippie! Aber ich glaub noch nie dermassen von einem Ort begeistert gewesen zu sein wie von Santiago!!! DAS IST MEINE STADT...

Mittwoch, 31. August 2005

Sich ueberschlagende Ereignisse

Nach nun fast einer Woche in Santiago habe ich noch lange nicht genug... momentan ueberschlagen sich die freudigen Ereignisse schon foermlich.

Seit gestern ist es richtig schoen sonnig und warm geworden. Zum ersten Mal habe ich deutlich die schneebedeckten Anden gesehen, die so surreal wirken hinter dieser genialen Stadt.

Gott, in den letzten zwei Tagen ist allein schon wieder soooooooooo viel passiert. Gestern war ich beispielsweise in einer christlichen Einrichtung "Hogar de Cristo", die sich fuer Arme und Kranke einsetzt. Ich wollte gern mit Kindern arbeiten und hab da nun auch die Moeglichkeit als "una voluntaria". Heute fand dort ein Treffen fuer Freiwillige statt und ich denke, dass es mit der Arbeit bald losgehen kann.

Ariel war so nett, an seinem einzig freien Tag in 2 Wochen, mir den gesamten Tag bei der Wohnungssuche zu helfen, was gar nicht so einfach war. Wir haben Zeitungen durchforstet, er hat viele Leute angerufen und letztendlich sind wir durch die gesamte Stadt gefahren, um uns die Zimmer auch anzuschauen. Nix hat mir richtig gut gefallen. Erstens wollte ich nicht bei alten Leuten zur Untermiete wohnen, zweitens sollte es zentral sein und drittens auch ein bisschen nett aussehen. Schliesslich habe ich mich dann notgedrungen fuer ein Zimmer entschieden, was relativ ok war, aber lang noch nix fantastisches.

Wie es der Zufall aber wollte, lernte ich heute beim Treffen im Hogar de Cristo Erwin kennen, der in einer WG lebt wo noch ein Zimmer frei ist. Kaum machte er die Tuer zur Wohnung auf, wusste ich: DAS IST ES!!!!! Ein super huebsches Wohnzimmer mit Couches, eine grosse Kueche, mein Zimmer ist total niedlich mit einem schoenen Tisch vor einem riesigen Fenster, das Bad ist sauber und meine Mitbewohner (2 Chilenen, 1 Nicaraguaner, 1 Australierin) scheinen auf den ersten Blick total nett. Nach sowas hatte ich nur gesucht... JUHU, kann mein Glueck noch gar nicht fassen.
Es ist nur 2 Strassen entfernt vom Plaza Brasil, wo auch mein Hostel liegt. Hier gefaellt es mir richtig gut, denn das ist ein gemuetliches Studentenviertel. Ausserdem werde ich auf der Strasse schon von allen Seiten gegruesst, sei es von der Baeckersfrau oder vom Milchverkaeufer... :o)

Da die Passstrassen ueber die Anden nach Argentinien vom Schnee weggetragen wurden, konnte Chris noch nicht nach Buenos Aires fahren. Durch die Unwetter gab es an einem Wochenende allein 2.7 Meter Neuschnee. Unglaublicherweise war das zu viel, um ueberhaupt noch Wintersport betreiben zu koennen. Die Snowboarder im Hostel sind auf dem Zahnfleisch gekrochen, weil sie nicht aufs Board konnten.

Deshalb sind wir heute losgezogen und mit der Seilbahn auf Cerro San Cristòbal gefahren. Wir hatten von da aus eine supertolle Sicht auf die riesige Stadt Santigo mit ihren massiven Bergen im Hintergrund.

So nun muss ich aber meinen Schluessel abholfen... bin schon spaet dran. Aber das passiert nunmal, wenn man den Messenger anmacht!!!

Montag, 29. August 2005

Puenktlich zur Sintflut

Santiago ertrinkt im Regen: ¡el desfluvio! (die Sintflut) war als heutige Schlagzeile auf allen Zeitungen zu finden...

Was bin ich froh, dass Conny und mir solch ein Wetter in Neuseeland, dem absoluten Outdoorland erspart geblieben ist!!!

Die Strassen und Fusswege sind wahre Fluesse, Busse und Autos sorgen zusaetzlich fuer tolle Fontaenen, dicke Wolken haengen ueber der Stadt, welch grosser Unterschied zu meiner sonnigen Ankunft.

Hab mich heute trotzdem aufgerafft, um Santiago besser kennen zu lernen. Nach kurzer Zeit hatte ich keine Lust mehr auf diesen Regenspaziergang und mein Programm in Richtung Museen gelenkt.
Durch Zufall lief mir in diesem Moment ein Typ aus dem Hostel ueber den Weg: George. Der wollte sich eine Ausstellung von Dalí anschauen, die in einem alten Bahnhof statt fand. Hoerte sich gut fuer mich an, deshalb hab ich mich gleich angeschlossen, um Werk und Leben des spanischen Surrealisten besser kennen zu lernen.

Santiago erweist sich als absolute Kulturhochburg, beispielsweise findet derzeit hier in Zusammenarbeit mit dem Goethe Institut das 5. Festival europaeischer Gegenwartsdramatik statt, wo super interessante Theaterstuecke aufgefuehrt werden.
Das Goethe-Institut ist das weltweit tätige Kulturinstitut der Bundesrepublik Deutschland. Jeden Mittwoch findet da ein Stammtisch statt, wo sich Leute zum Austausch treffen. Werde mir das sicherlich mal anschauen gehen.

Kurz vorher bin ich mit einem Chilenen ins Gespraech gekommen, der auf dem Markt in Santiago arbeitet. Er spricht sehr gut Englisch und moechte gern Deutsch lernen. Et voilá ich habe einen ersten Tandempartner!!!
Nachdem er seine Arbeit beendet hatte, sind wir einen Kaffee trinken gegangen und haben uns ein wenig kennen gelernt. Ariel ist 21 Jahre alt und sehr nett, er will mir morgen helfen hier irgendwo eine WG zu finden. Ich moechte unbedingt mit Chilenen zusammen leben, damit mein Spanisch noch mehr Fortschritte macht. Bin jeden Tag am Vokabeln pauken...

Morgen steht die deutsche Botschaft auf meinem Programm, denn auch am anderen Ende der Welt moechte ich mein Wahlrecht doch nutzen. Ausserdem hoffe ich Auskuenfte ueber soziale Projekte in Chile zu bekommen. Gern wuerde ich mich um unterpriviligierte Kinder kuemmern oder unterrichten.

Samstag, 27. August 2005

Noch immer euphorisch

Meine ersten Tage in Santiago sind super aufregend. Ich bin viel unterwegs, vorallem nachtaktiv. Vor 5 Uhr morgens find ich selten in mein Bett.
Heute morgen sogar erst gegen 8 Uhr, denn als wir alle nach dem Clubbing in der Lounge gechillt haben, hat jemand den Film "Goodbye Lenin" im Fernsehen gefunden. Hossa, in deutsch mit spanischen Untertiteln!! Ist fast so genial wie Wolfgang Petry im Internetcafe in Shanghai, haha!

Nachdem ja nur noch ein Engel am reisen ist, spielt das Wetter gleich gar nicht mehr so prima mit. Seit gestern ist es am Regnen, heut bin ich schon wieder nass geworden. Na das schreit doch nach einem ruhigen Wochenende. Goenn mir noch etwas Ruhe, bevor ich losstress und mir ne Wohnung organisier. Wollt gern in eine chilenische WG ziehen, aber mal sehen wie sich das hier in Santiago ergiebt. Die Stadt soll im Gegensatz zu anderen suedamerikanischen Zielen wahnsinnig teuer sein.

Sich hier zurecht zu finden erweist sich echt als kompliziert, so oft bin ich schon verloren gegangen. Aber ich arbeite dran.

Bin jeden Tag fuer mehrere Stunden am Vokabeln pauken und merke meine Fortschritte relativ schnell.

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