Samstag, 17. September 2005

Ein Land bereitet sich vor!

Am Sonntag, dem 18. September wird in Chile die Unabhaengigkeit von Spanien gefeiert. Der argentinische General José de San Martin besiegte 1817 die Spanier bei Chacabuco und ebnete damit Chiles Weg in die Freiheit.

Schon seit Wochen sind die Festtagsvorbereitungen im Gange. Die Laeden, Plaetze und Strassen sind geschmueckt mit Girlanden, Fahnen und Blumen in den chilenischen Farben: rot, weiss, blau!
Es werden schon seit Wochen die typischen Empanadas verkauft. Diese Blaetterteigtaschen haben unterschiedlichste Fuellungen (z. Bsp. Fleisch oder Kaese) und sind super lecker.
Auf den Plaetzen und in den Parks wird Cueca in volkstuemlichen Trachten getanzt, ein Erlebnis! Die Frauen tragen kunterbunte Kleider, die Maenner Ponchos, eine Art Reitstiefel und Huete. Es ist so goldig, wenn schon die Kinder wild herumwirbeln...

Die Cueca ist der offizielle Nationaltanz von Chile und eine Art Paartanz, bei dem sich die beiden Tanzpartner aufeinander zu und im Halbkreis umeinander herum bewegen. Der Tänzer und die Tänzerin tragen jeweils ein Taschentuch in ihrer rechten Hand, mit dem sie ihre Bewegungen unterstreichen.
In Chile gibt es mehrere regional unterschiedliche Variationen der Cueca mit verschiedenen Trachten.

Ich freue mich natuerlich schon sehr auf dieses Fest, denn hier steppt fuer 3 Tage der Baer!!!

Die erste Woche im Jugend-Therapiezentrum hat mir sehr gut gefallen. Noch immer macht mir mein Spanisch Probleme. Teilweise bin ich super frustriert, weil ich viel lerne und kaum Fortschritte bemerke. Und nun ist das mit den Kids nochmal schwieriger, da sie viel mit "Slang" sprechen....

Die Maedels und Jungs sind zwischen 15 und 18 Jahre alt. Das Drogenproblem ist allgegenwaertig, wobei bei den Maedchen noch dazu kommt, dass viele bereits sehr jung Muetter werden.
Die Zentrum leistet eine Nachmittagsbetreuung unter psychologischer und paedagogischer Obhut. Es gibt jeden Tag nach dem Mittagessen ein Programm, wie bspw. Gespraechstherapien oder Ausfluege.
Die Angestellten sind super nett und auch die Jugendlichen haben mich freundlich empfangen. In der ersten Woche habe ich erstmal nur in den Alltag reingeschnuppert und die Leute kennen gelernt. Bald werde ich wahrscheinlich eigene Workshops machen, denn ich habe schon viele Ideen.

Gestern war der Geburtstag meiner Mitbewohnerin Deborah. Sie ist 23 geworden und zur Feier des Tages gab es Deutschen Zupfkuchen, denn ich unter Schwerstbedingungen doch ganz gut hinbekommen habe. Zum einen gibt es hier keinen richtigen Quark, weshalb ich eine Art Frischkaese dazu umfunktionieren musste. Der war allerdings super waessrig, weshalb ich schon befuerchtete, dass aus dem Kuchen ein Pudding wird. Zum anderen ist unser Ofen eine echte Krankheit. Statt der ueblichen 40 Minuten musste der Kuchen 2 Stunden in der Roehre stehen.

Waren gestern dann zum ersten Mal tanzen in der sagenumwobenen "Blondie" Diskothek. Ist ein riesiger Schuppen auf mehreren Etagen mit recht zwiespaeltigem Ruf. Mein Mitbewohner Rodrigo meinte, dass sich dort eine wahnsinnige Fauna von seltsamen Schrillies trifft, haha.
Mir kam es vor, wie ein altes Kirchengebaeude. Die Einrichtung ist genial, ueberall haengen Leinwaende, wo die Musikvideos mitlaufen. Na und die Musik ist einmalig: 80 er Jahre ohne Unterbrechung!! Haben stundenlang abgehottet: super genial...

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