Shanghai

Samstag, 22. Januar 2005

Wolle

Eigentlich wollte ich gerade meine Bewerbungen ins Hyatt nach Australien schicken, aber im Internetcafe passiert das Skurrilste ueberhaupt: HIER LAEUFT GERADE EINE PLATTE VON WOLFGANG PETRY! Echt wahr und tatsaechlich in Deutsch. Was geht denn? :-)))) Hehe, damit gruess ich doch meine guten Freunde des Schlagers daheim, juhu! Und den anderen :-P dimdidum...
Na da muss wohl ein Hinweis sein, dass ich heut Abend richtig einen drauf machen soll: kein Problem! Shanghai ich komme!!!!

Freitag, 14. Januar 2005

Easy going

Nach nunmehr einer Woche in China ist der erste Hipe langsam abgeklungen. Momentan geniesse ich es lang zu schlafen, was in den ersten Tagen nicht moeglich war. Ich wollte jede Minute auf Achse sein, um alles auf einmal aufzunehmen. Mittlerweile finde ich mich ganz gut zurecht und ich habe schon viel angeschaut. Ich lese zur Zeit lieber, natuerlich ueber China und sitze stundenlang in der Starbuckscafe-Imitation! Also ganz chinesisch... Es ist halt schoen viel Zeit zu haben, sodass nicht jeder Tag voll Stress ist. Ich bin noch gut 3 Wochen in China und so habe ich die Moeglichkeit ein gutes Gefuehl fuer Land und Leute zu entwickeln, wie ich glaube!

Montag Abend fahr ich nach Peking mit meinem Freund Sebastian. Den konnte ich naemlich ueberreden mich in China zu begleiten. So hat der Arme gleich nach seiner Ankunft aus Deutschland viel Spass in all der Hektik! Hehe, das nenn ich entspannten Jahresurlaub!!! jijiji

So, morgen habe ich vor den Stoffmarkt unsicher zu machen. Ich will mir hier naemlich einen schoenen Mantel schneidern lassen. Fuer das Material (Kashmere) und den Schneider zahl ich circo 60 Euro: was fuer ein wahnsinn! Ausserdem will ich mir auch eine neue Brille machen lassen. Bin ja schon mal gespannt wie das in China mit der Dioptrinermittlung gemacht wird. Kann ja schon "JA" und "Nein" in chensisch sagen, aber "oben", "unten", "links" und "rechts" fehlt mir noch in meinem Volkabular!

Also zum shoppen kann ich Shanghai wirklich eher empfehlen als NYC und natuerlich ist es auch tausendmal guenstiger. Da ich einen neuen Reiserucksack brauchte, habe ich schon vor 5 Tagen auf dem Fake-Markt einen tollen North Face Rucksack fuer 6.50 Euro gekauft, besser gesagt erhandelt. Meist bekommt man die Sachen 60-80 % guenstiger als ausgeschrieben...

Bisher war ich erst zweimal zur Massage, obwohl ich mich so darauf gefreut hatte. Aber das tut nicht wirklich so gut, denn die kleinen suessen Maedels koennen schon richtig zupacken! Und das tut dann nach 30 min nicht wirklich gut, gestern hatt ich echt Schmerzen und heut tun mir einige Punkte auf meinem Ruecken richtig weh! Haha, das klingt ja fast so als erbitte ich Mitleid dafuer, dass ich hier ordentlich massiert werde!

Dienstag, 11. Januar 2005

Shanghai-Bund

Gestern bin ich nun das erste Mal allein losgezogen! Hab mich auch nicht verirrt... Applaus! Applaus!

Mein Ziel war der Bund von Shanghai, was die europäische Flaniermeile gewesen ist und heute als berühmteste Uferpromenade Chinas bezeichnet wird. Dort stehen alte Bauten aus dem 19. Jhd, in denen einst und teilweise auch heute noch Banken und Konsulate untergebracht waren. So hat jedes Haus seine Geschichte. An das ehemalige Zollamte erinnert heute nur noch die originale Uhr, wegen der es nach der Installation weniger Brände in der Stadt gab. Die Chinesen glaubten, daß das viertelstündige Schlagen den Feuergott verwirren würde. Das gesamte Gebiet gehörte früher zur amerikanischen und britischen Konzession. Konzessionen waren Handelsniederlassungen, welche sich die Briten durch den Opiumkrieg erkämpften.

Obwohl der Bund interessant und schön anzusehen war, hat es mich bald genervt ständig fotographiert zu werden. Die Austauschstudenten meinten, daß wäre normal. Aber aller 100 m hatte ich ein anderes Kind auf dem Arm, das ganz offensichtlich Angst vor mir hatte und mußt in irgendwelche Kameras grinsen. Nun gut, das war mein Beitrag zum interkulturellen Austausch! Aber nach einem 4-stündigen Fußmarsch hat ich langsam Lust auf mehr Ruhe. Die fand ich zwar nicht, aber dafür landete ich plötzlich in einem alten chinesischen Viertel. Die Häuser waren zum Teil noch aus Holz: klein, schief und verwinkelt. Vor jedem Haus stand ein großer Suppentopf und aus den Fenstern hing neben Wäsche, Putzlappen, Vogelkäfigen auch der Sonntagsbraten (ausgenommene Hühner oder Fische). Das war schon original! Alte Männer saßen zum Majong zusammen und debatierten heftig, die Frauen saßen in der Sonne und tratschten... das nenn ich Altenpflege! Überall wuselte es...

Demnächst hoff ich ein paar Bilder mit laden zu können. Hab gestern allein schon 60 Stück gemacht. Gleich brech ich auf, um mir ein paar Tempel anzuschauen. Morgen vielleicht schon mehr.... Schönen Tag noch!

P.S. Zu den Fragen:
-Es ist teilweise wahnsinnig kalt, zumal hier (südl. vom Yangze) nicht geheizt wird. Romy hat mich gleich mit langen Unterhosen ausgestattet: heizzzzz! Aber jeden Tag scheint die Sonne und das ist mir momentan am wichtigsten.
-Wir sind hier 7 Stunden älter.
-Ich bin unter meiner Nummer via SMS erreichbar, kann allerdings nicht antworten.

Montag, 10. Januar 2005

Touri-Alltag

Puh, die ersten aufregenden Tage sind rum und es heißt nun "Explore-Shanghai"! Da Romy zur Uni muß und auch bald Prüfungen hat, werde ich viele Sachen allein erkunden. An der Hand einen guten Reiseführer und im Gesicht stets ein entschuldigendes Lächeln. Ich bin optimistisch meine Sehenswürdigkeiten zu finden und die richtigen Busse zu benutzen. Gut, gut in meiner Tasche habe ich auch immer eine chinesische Visitenkarte vom Studentenwohnheim, damit ich mich notfalls ins Taxi setzen kann... na aber trotzdem ist das alles so aufregend!!! Bald mehr...
(P.S. Vielen Dank für die Kommentare. Werde auf jeden noch persönlich antworten: via Email!)

Samstag, 8. Januar 2005

IN SHANGHAI!!!!!!

Endlich! Nach einer fast 24-stündigen Reise habe ich es heil bis in den Osten Chinas geschafft. Am Flughafen erwartete mich eine frierende Romy, die 45 min an der Straße stand und hoffte, daß sich an dieser Stelle auch wirklich die Bushaltestelle befindet. Nein, das lag nicht an ihr, sondern an der fabelhaften (nicht existenten) chinesischen Beschilderung!

Glücklicherweise konnte ich in Hongkong meinen Aufenthalt von 5 Studen verkürzen und einen früheren Flug nehmen. Hmm, das war schon komisch... Als ich auf meinen neuen Boardingpass wartete, sitzen doch auf der Nachbarbank 6 männliche Chinsen. Plötzlich zückten die ihre Kameras und fingen wie wild an sich zu fotographieren. "Nun gut" so dacht ich mir, "laß ich die mal machen, ich schmöcker besser noch in meinen Reiseführern". Irgendwann ließ mich deren Spektakel aber nicht mehr in Ruhe und ich dachte mir, "Ach schaust du mal, wie die Chinesen dabei so Spaß haben"... Just in diesem Augenblick rückten die guten Herren auseinander und das Blitzlicht blendete meine übernächtigten Augen! Nun hatte ich, meines Zeichens Spion ;-), diese Typen durchschaut... die fotographierten MICH! Von da an setzte ich mich richtig in Pose... hehe. Na mal schauen, wo ich diese Fotos mal wieder finde.

Dieses war der erste Streich...

(Romy und ich gehen jetzt zur Massage, deshalb schreib ich später mehr, es gäbe so viel zu berichten, Shanghai ist überwältigend... )
Bis bald Sylvie

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