Am Dienstag ging es ein letztes Mal mit Ariel zu dessen Grosseltern nach Laguna Verde. Diesmal hat er einen ganzen Monat durchgearbeitet, damit er 2 Tage hintereinander frei bekommt.
Ja die Chilenen sind ein fleissiges Volk, sehr viele Menschen (speziell in der Gastronomie und im Tourismus) arbeiten hier 6 Tage pro Woche. Dabei koennen sie sich allerdings noch nicht mal im Ansatz das leisten, womit wir uns in Europa das Leben angenehmer machen.
Nach einem deutschen Fruehstueck mit frischen Broetchen, O-Saft und massenweise Belegmoeglichkeiten, sind wir kaum hungrig in Valparaiso eingetroffen. Allerdings sind wir lange durch die traumhaft schoene Stadt geschlendert. Mich begeistert Chiles groesste und bedeutenste Hafenstadt immer wieder aufs Neue. Wie ein Amphietheater umschliessen die 42 Huegel die Bucht und den grossen Hafen.
Allerdings ist der Wetterumschwung stets sehr gross, waehrend man in Santiago kaum atmen kann und in der Sonne bruzelt, weht am Strand doch fast schon eine kuehle Brise und der Himmel ist oft bedeckt.
Bevor es dann nach Lagune Verde ging, sind wir allerdings in einem typischen Fischrestaurant
"Proa al Cañaveral" gewesen und haben uns frischen Fisch und chilenischen Weisswein schmecken lassen.
Die Zeit in Lagune Verde haben wir wie sonst auch herrlich entspannt verbracht, waren am Strand, spazieren und haben viel mit Ariels Grosseltern geschwatzt.
Da Ariel am Donnerstag wieder arbeiten musste, habe ich mich entschlossen noch einen weiteren Tag an der Kueste zu bleiben und mich erneut auf die Spuren Nerudas gemacht.
Der Dichter hatte naemlich durch seine Liebe zu Valparaiso, oder "Valpo" wie die Bewohner ihre Stadt liebevoll nennen, ein huebsches Haueschen dort gekauft. Dorthin ging meine erste Etappe. Schon wie die "Chascona" war die Einrichtung so stilvoll. Von jedem Zimmer konnte man auf die Bucht und die Stadt schauen. Es vermittelte den Eindruck wie ein kleines Valparaiso an sich, mit engen Treppchen und bunten Ecken.
Am Nachmittag stand dann noch der Besuch von "La isla negre" an. Obwohl der Name anmutet, dass es sich um eine Insel handelt, so ist es doch "NUR" ein kleines Doerfchen am Strand, ca. 1,5 Busstunden von Valpo entfernt. Hier hat sich Pablo Nerude mit seiner 3. Ehefrau Matilde ein wunderschoenes Haus gebaut. Mit direktem Meerblick hat er ein heerlich verspieltes Anwesen kreiiert und seiner Sammelleidenschaft Raum gegeben.
Bei einer spanischsprachigen Fuehrung habe ich ein nettes Paearchen aus Oesterreich kennen gelernt, die Ritter´s. Gluecklicherweise konnte ich ihnen mit meinen Spanischkenntnissen einige Informationen weitergeben, ueber die sie sich sehr freuten. Nach der Besichtigung kamen wir noch ein wenig ins Gespraech und so nahm ich doch gern deren Einladung zum Mittagessen an. So hatten wir die Moeglichkeit ein herrliches Fischgericht mit dem Blick zu uns zu nehmen, den Pablo zu vielen seiner Gedichte inspirierte...
Ein rundum schoener Tag!
sylvia - 25. Nov, 02:51