Peking

Freitag, 21. Januar 2005

Chinesische Mauer

Sind gerade von unserem Ausflug zur chinesischen Mauer und den Ming Tombs (Ming Graeber) zurueck.

In wenigen Minuten machen wir uns auch schon wieder auf den Weg nach Shanghai. Somit sitzen wir wieder 12 Stunden ueber Nacht im Zug. Interessanterweise gibt es in China kein 1. oder 2. Klasse Abteil, sondern nur sogenannte Weichsitzer und Hartsitzer. Fuer knapp 28 Euro fahren wir natuerlich weich!!!

Der Ausflug war, wie so alle Pauschalgangebote sehr anstrengend. Zumal wir noch zu ganz anderen Plaetzen kutschiert wurden. Das witzigste war der Zwischenstop in einem Krankenhaus (!). Dort wurde uns dann in 5 Minuten ein "Einblick" in die chinesische Medizin geboten mit anschliessender kostenloser Kurzdiagnose :-) Natuerlich bin ich schwer nierenkrank und nur die gute, teure chinesische Medizin wird mich heilen koennen. Nun gut ich werde es mal ohne versuchen und statt dessen morgen mal wieder richtig schoen feiern gehen. Moment, ich hab doch tatsaechlich vergessen, wie ich ein Bier auf chinesisch bestelle: BILDUNGSLUECKE!

Zurueck zum Thema: Die Mauer war natuerlich sehr beeindruckend, zumal alles eher wie eine Festung ist. Aber mit Bildern kannst Du Dir das bald sicherlich besser vorstellen. Ich versuch mein Moeglichstes!
Das Teilstueck in Balading sehr ueberlaufen, weshalb Sebastian und ich auch nicht bis hoch gestiefelt sind. Stattdessen haben wir uns in die Sonne gehockt und unseren "Freigang" genossen.

So nun aber ab zum Bahnhof....

Donnerstag, 20. Januar 2005

Viva Peking

Der gestrige Tag war wieder ausgefuellt mit den Besuchen der Sehenswuerdigkeiten aus Kaiserzeiten. Zuerst waren wir in dem Lamatempel, der noch heute von Moenchen bewohnt ist und auch von der Bevoelkerung zum Beten genutzt wird. Das Highlight war ein 18 Meter hoher Buddha, der aus einem Baum geschnitzt war. Das Gebaeude wurde sozusagen im Nachhinein um ihn herum gebaut: Klasse!

Danach ging es dann zum Himmelspalast. Im dazugehoerigen Park sassen ganz viele alte Menschen zusammen und haben gesungen, dort herrschte ein Treiben. Eine Frau sagte uns, dass die Rentner sich dort jeden Tag treffen wuerden, um gemeinsam alte Lieder zu siegen. Mich beeindruckt das sehr. Ausserdem haben wir einen Kaligraphen beobachtet, der mit Wasser seine Gedichte auf den Buergersteig schreibt. Diese Methode hat sich aus der Not heraus entwickelt, denn frueher war das Reispapier fuer die Kaligraphen sehr teuer und deshalb schrieben sie vergaengliche Posie auf die Strassen.

Gestern Abend sind wir nun wie angekuendigt in diesem super tollen Restaurant zum Dinner gewesen. Unser erster Eindruck hat nicht getaeuscht, wir hatten ein fabelhaftes chinesisches Essen mit regionalem Rotwein in einem herrlichen Ambiente. Somit war das Essen eine gelungene Abrundung fuer unseren zweiten Tag in Peking.

Das I-Tuepfelchen war dann natuerlich die Massage. In Asien wird das verstaerkt von blinden Menschen gemacht, da sie wohl sensibler auf Muskelverspannungen reagieren. Ausserdem wird behauptet, dass sie aufgrund ihrer fehlenden Sehfaehigkeit einen staerkeren Tastsinn besitzen. Nach meiner ersten Massage von einem blinden Masseur kann ich bestaetigen, dass dies gaenzlich anders ist. Ich habe bisher noch nie so eine tolle Massage bekommen und war danach super entspannt und vollauf begeistert. Deshalb geh ich heut gleich wieder!!! Und morgen, und uebermorgen... :-)

Heute frueh hab ich es nun zum ersten Mal geschafft richtig zeitig aufzustehen. Im Morgengrauen findet hier naemlich hoechst Seltsames statt: Die Parks sind dann Ziel der Menschen, um dort Morgensport zu treiben. Aber nicht nur Schattenboxen wird da betrieben, sondern Walzer und Popsynchrontanzen. So toll und das obwohl es schweinekalt ist.

Ja unser Besuch der chinesischen Mauer musste auf morgen verschoben werden, wegen defizitaerer Planung :-) Aber dann wirklich und ueber Nacht geht es dann auch leider schon wieder Richtung Shanghai. Die Zeit vergeht viel zu schnell!

Dienstag, 18. Januar 2005

Gan bei Peking!*

Nach einem langen ersten Tag in Chinas Hauptstadt bin ich total erschlagen. Trotzdem moechte ich ein paar kurze Zeilen hinterlassen.

Sebastian und ich sind nach einer 12-stuendigen Zugfahrt heut morgen in Peking angekommen. Gluecklicherweise hatten wir jeder zwei Sitze zum schlafen, somit konnte ich mich langmachen. Na, ich bin ja nicht der 2-Meter-Mann in der Reisegruppe jijiji :-)

Hier ist es saukalt, viel kaelter als in Shanghai! Auch sonst ist der Unterschied zwischen den Staedten frappierend. Peking ist voll alter Monumente und Palaeste. Shanghai ist dagegen so modern.

Heute waren wir 12 Stunden unterwegs und haben eigentlich "nur" den Platz des himmlichen Friedens mit seinen erhaltenen Stadttoren erkundet, exklusive dem Mao-Mausoleum.

Im Anschluss waren wir fuer Stunden in der verbotenen Stadt, in der frueher nur der Kaiser, die Kaiserin und Konkubinen sowie Eunuchen (hohe Beamte) lebten. Die Grundmauern wurden 1409-1420 erbaut und ich empfand es wirklich erhebend durch immer mehr Tore und Haeuser zu laufen, die alle andere Funktionen inne hatten. Sehr interessant... Staendig tat sich ein neuer Blick auf und wunderschoene Gebaeude wurden sichtbar. Vorallem liegt so viel Aufmerksamkeit in Details und Symbolik. Es finden sich oft die YinYang Symbole wieder, die Kontraste darstellen aber zusammen eine Einheit bilden.

Danach sind wir ganz zufaellig ueber die typischen Pekinger 4-Seiten-Hoefe gestolpert. Ob die noch so echt sind ist fraglich, im Reisefuehrer habe ich nicht viel Auskunft dazu bekommen. Allerdings war ich durch meine Pre-Recherche auf diese aufmerksam geworden und gluecklich ohne grosse Suche auf sie zu stossen. Selbst wenn die Mauern noch original sein sollten, so sind das die Innenraeume nicht mehr. Wir sind dort neugierig reingestolpert und in einem top luxerioesen Restaurant gelandet, hoppla! Trotz unserer Tourikluft hat man uns dort gleich eine tolle Fuehrung durch die Raeume angeboten: nobel und ueberhaupt nicht aufdringlich! Bei Sebastian hat das gezogen und morgen treten wir dort zum Dinner an... Freu Freu!

Davor wollten wir zur Blinden-Massage, aber im Moment bin ich schon am schlafen. Mein Bett ruft nach mir und dem werde ich mal nachgehen...

Tschuess und gutes Naechtle

Psst, Sebastian erweist sich als ganz toller Reisepartner. Wir haben viel Spass und auch gleich Interessen, das ist so immens wichtig! Deswegen freu ich mich auf die naechsten spannenden Tage mit ihm! Donnerstag wartet die chinesische Mauer auf uns...
* Gan bei heisst Prost!

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