Neuseeland

Dienstag, 23. August 2005

Wenn es am Schoensten ist, soll man gehen

Heute ist der grosse 'letzte Tag' nun tatsaechlich gekommen. Die Taschen sind gepackt und der Shuttlebus zum Flughafen bestellt.
Uns ist ganz schoen wehmuetig ums Herz und flau im Magen - der Abschied wird nicht leid, auch wenn wir beide uns auf alles kommende freuen.

Auckland als kroenender Abschluss hat uns super gefallen. Das Stadtzentrum ist recht ueberschaubar, allerdings machen die vielen weitlaeufigen Stadtviertel Auckland riesen gross.

Gestern morgen sind wir zuerst mit der Faehre nach Devenport gefahren - eines der kleinen huebschen Viertel mit vielen historischen Gebaeuden und Blick auf die Skyline von Auckland City.
Nachdem wir da unseren sonnigen Vormittag verbracht haben, ging es zum Victoria Park Market. Dort kann man verschiedenen Krimskrams kaufen und die Zeit gut verbummeln.
Anschliessend standen die Stadtteile Ponsonby und Parnell auf unserem Programm. Da gibt es ueberall kleine Cafes, internationale Restaurants und Einkaufsmoeglichkeiten.

Ohne uns vom Stadtstress anstecken zu lassen, verbrachten wir einen wunderschoenen Tag in Auckland, Neuseelands groesster Stadt.
Die internationale Kueche hat uns dazu inspiriert erst einen japanischen Snack (Sushi) und abends ein richtiges indisches Curry mit Naan-Brot zu essen.

Die letzte Nacht wollten wir so lang wie moeglich hinauszoegern, auch wenn es uns schwer gefallen ist, da unsere Kraefte fast aufgebraucht waren.
Ein Highlight gab es aber noch und zwar als eiskaltes Vergnuegen bei minus 5 Grad Celsius. Hier in Auckland gibt es eine Bar, die vollstaendig aus Eis besteht: Waende, Theke, Stuehle, Glaeser - einfach alles. Daneben gibt es witzige Eisskulpturen und man bekommt einen dicken Parka und Stiefel an. Trotzdem der Aufenthalt auf eine halbe Stunde begrenzt ist, kann man da leckere Cocktails (natuerlich mit Wodka) schluerfen.

Doch einmal geht auch die letzte Nacht zu Ende und damit auch unsere tolle Reise.
Wir sind stolz gemeinsam alles so super gewuppt zu haben. In den insgesamt 7 Wochen haben wir nicht nur Neuseeland kennengelernt, sondern sind uns auch so nahe wie noch nie gekommen! 'Geheimnisse' gibt es nun gar keine mehr, allerdings bleiben die unter uns ;) !!!

Auch wenn wir soviel erlebt und gesehen haben, so sind wir uns dessen bewusst, dass Neuseeland noch sehr viel mehr zu bieten hat!! Der Urlaub haette beliebig verlaengert werden koennen, um zum Beispiel einen typischen Farmaufenthalt, weitere mehrtaegige Wander- oder Kajaktouren... um nur einiges zu nennen.
Ueberall waeren wir gern laenger geblieben, um zu verweilen und das neuseelaendische Flair intensiver auszukosten.

Da das Wetter IMMER auf unserer Seite stand, konnten wir unsere 6 Wochen optimal ausnutzen. Sonst haetten einige Unternehmung ins Wasser fallen muessen oder nur halb soviel Spass gemacht. Ausserdem ist der Kaffee im Lande total koestlich, die Eiscreme super lecker und spottbillig: beides viel besser als zu hause. (Die Schlemmertanten haben gesprochen!!!) Wie soll es bloss ohne all das nun weitergehen???

Die vielen aufregenden Erlebnisse werden uns nun immer in Erinnerung bleiben und noch staerker auf Lebenszeit verbinden!
Begeistert, gluecklich und zufrieden verlassen wir heute das wunderschoene, traumhafte, gigantische... Neuseeland -
denn wenn es am Schoensten ist, soll man ja bekanntlich gehen.

Montag, 22. August 2005

Camperdasein ade

Am Samstag fuhren wir in das geschichtstraechtige Waitangi. Dort wurde 1840 der 'Vertrag von Waitangi' von vielen maorischen Stammeshaeuptlingen unterschrieben, der die Territorialrechte zwischen den Ureineinwohnern und den britischen Siedlern festlegen sollte. Ziel des Dokumentes war die friedliche Annaehrung beider Voelker, indem den Moaris das uneingeschraenkte Recht auf das Land als ihr Eigentum zugestanden wurde. Allerdings war dies nicht der Fall, so dass bis heute der Vertrag eine sehr umstrittene Angelegenheit gilt.

Ueber Kerikeri ging es dann nach Norden weiter zur Doubtless Bay, wor wir am Coopers Beach eine 2-stuendige Mittagspause einlegten und in der Sonne schliefen und schwitzten.
In Kaitaia gab es dann den taeglichen Kaffee, bevor es weiter zum Cape Reinga ging. Zum noerdlichsten Punkt Neuseelands ging es ganz mystisch ueber eine Schotterstrasse, unter sternenklarem Himmel und Vollmond. Erwartet haben wir eigentlich eine flache, norddeutsche Landschaft. Umso ueberraschter waren wir von der Berg- und Talfahrt und letztendlich standen wir auf einem riesigen Kliff und konnten einen fantastischen mondbeschienenen Ausblick auf das Meer geniessen.

Am naechsten Morgen machten wir einen kurzen Spaziergang zum Leuchtturm, wo wir den Pazifik und die Tasman See nun auch bei Tageslicht aufeinandertreffen sehen konnten. Gleich danach ging es auf zum Ninety Mile Beach und ins Land der Riesenduenen in Te Paki.
Wir kamen uns vor wie in einer Wueste und stapften durch den weiten Sand. Nach einem steilen Anstieg ging es auf dem Hosenboden und auf Plastetueten mit viel Gaudi wieder 'Duenenbergab'.

Nach diesem erreignisreichen Tagesstart, genossen wir unser letztes Sonntagfruehstueck in Pukenui mit Eiern, Baguett, Kaffee und Kuchen...

Auf der Weiterfahrt in den Sueden sind wir kurzentschlossen nochmal in die Wellen gesprungen. Dies hatten wir uns fuer die Reise schon lange ganz fest vorgenommen!! Sind ja keine Weicheier!!!

Soviel ist allein an diesem Vormittag schon passiert ...

Am Nachmittag erwarteten uns aber auch noch die Kauri-Fichten (Riesenbaeume) im Waipoua Kauri Forest und im Trounson Kauri Park. So konnten wir den 'Herrn des Waldes' bestaunen, der ca. 2000 Jahre alt ist und uns mit seiner gigantischen Statur sehr beeindruckt hat.
In diesen Waeldern konnten wir die urspruengliche Vegetation Neuseelands bewundern, von der heute nur noch 1% uebrig ist.

Am Kaipora Harbour gab es das letzte Abendessen im 'Camperstyle' - Resteessen unter freiem Himmel.
Auch die letzte Nacht im Buddy war wegen unserer Aufregung ziemlich unruhig - viele Erlebnisse schossen uns in den Koepfen herum und die Neugier auf Auckland tat ihr Uebriges.

Heute gab es nun auch viel zu erledigen!! In Auckland angekommen, musste zuerst ein Hostel organisiert werden und auch der Buddy wieder zu seinem Besitzer finden. Der Abschied fiel uns sehr schwer, schliesslich liess er uns 'unser Buddy' die letzten 7388,5 Kilometer nie im Stich und diente treu als gemuetliches Zuhause fuer die letzten 6 Wochen - schluchz!

Ein letzter Trip mit ihm fuehrte noch einmal zum staedtischen Mount Eden, ein alter Vulkankrater, der heute als Lookout dient. Vor uns tat sich ein wahnsinniger Blick ueber die riesige Stadt auf, die wunderschoen inmitten von 60 alten Vulkankratern liegt.

Nach allen organisatorischen Erledigungen konnten wir uns dann endlich der Grossstadt voellig widmen.
Es ging durchs City Center ueber den Hafen zum Albert Park und dann in unser Hostel. Dort tat ein ausgiebiges und langersehntes Pflegeprogramm fuer Koerper, Haut und Haar dringend Not, da diese schon seit laengerem kein Wasser mehr gesehen haben...

Nun sitzen wir im Irish Pub bei einem legendaeren Snakebit (beruechtigtes Bier-Cider-Gemisch), planen unseren letzten Urlaubstag und koennen selbst kaum glauben, dass unsere gemeinsame Reise nun wirklich bald vorbei sein soll - schnief, heul, schluchz...

Samstag, 20. August 2005

Nicht zu toppen

Mittlerweile hat sich unser Winterurlaub zu einem reinen sommerlichen Fruehlingsurlaub gemausert. Conny erlebt hier sozusagen ihren 2. Fruehling und wahrscheinlich einen waermeren 'Sommer' als in Deutschland, grinz! Waehrend alles blueht und duftet, treibt uns die warme Sonne immer oefter an Neuseelands Straende.
Wie wir erfahren haben, ist dieser Juli der 2. waermste in Neuseeland seit Aufzeichnung der Temperaturen.

Aber nun alles der Reihe nach: knuepfen wir am Abend nach unserem letzten Eintrag an. Conny hatte eine eher unruhige Nacht, denn meine Ueberraschungs-Morgens-Geburtstagsparty musste vorbereitet werden.
Und das hat sich auch gelohnt: so einen wunderschoenen Morgengruss mit Kuchen, Kerzen, Luftballons und Geschenken gibts kein 2. Mal: Viiiiielen Dank!!!!!
Wir fruehstueckten an diesem Morgen das erste Mal unter freiem Himmel, natuerlich im Schlafanzug und direkt am Meer.

Gemaess unseres straffen Zeitplanes verliessen wir daraufhin gleich das an der Hawkes Bay gelegene Gisborne, wo James Cook 1769 als erster Weisser Neuseeland betrat.

Es ging in nordwestlicher Richtung nach Opotiki. Nach einer kleinen Kaffeepause fuhren wir von da aus weiter ueber Opohe zu unserem Tagesziel: Whakatane. Wir waren an der Bay of Plenty angekommen!

Der gesamte Osten der Nordinsel ist auch heute noch 'Maori-Land' (mit einem Bevoelkerungsanteil von 27 %) und bietet oft die Moeglichkeit in authentischer Atmosphaere den heutigen Alltag der Ureinwohner zu erleben. So hatten wir in Whakatane das Glueck auf eine Reisegruppe zu treffen, die eine Maorihoehle besuchten. Der maorische Reisefuehrer hiess uns herzlich willkommen und begruesste uns auf traditionelle Art mit einem Nasenstubs.
Die Begehung der Hoehle wurde mit seinen Gesaengen begleitet und war sehr andaechtig und ergreifend fuer uns.

So ging der Geburtstag schnell vorueber und zur Feier des Tages sollte auch mal zuenftig gespeist werden. Im 'besten' Restaurant der Stadt, dem Wharf Shed (Werftschuppen) mussten wir sogar auf einen Tisch warten. Aber dafuer war das Abendmahl um so koestlicher: frischer Fisch und neuseelaendischer Sauvignon vom Marlborough Sound. Vom Dessert wollen wir gar nicht sprechen, sonst werdet ihr noch neidischer: wir sagen nur BAILEYS CREME BRULEE und ZITRONENKAESEKUCHEN mit Eis!!!! :o)))

Am Donnerstag fuhren wir wieder in nordwestlicher Richtung zur Coromandelhalbinsel mit ihren traumhaften Bilderbuchlandschaften. Am Waihi-Strand machten wir den ersten Stop zum picknicken, am Strand von Onemana dann die naechste Pause. Wir hangelten uns foermlich von Sandstrand zu Sandstrand und von Eiscreme zu Eiscreme.

Am Hot Water Beach wollten wir dann unser Nachtlager errichten. Bei Ebbe kann man dort im Watt graben, woraufhin sich die Gruben mit warmen Wasser fuellen. Dieses stammt aus einem Heisswasserreservoir, welches auf Grund vulkanischer Taetigkeit entstanden ist.
Vor der Nachtruhe ging es allerdings noch auf einen abendlichen Spaziergang an die Cathedral Cove, welche die Brandung in den Kalkstein gegraben hat.

Die Nacht am Hot Water Beach war ganz verregnet, aber am naechsten Morgen war alles wieder gut: wie soll es anders sein :)
Die Naechte werden immer waermer und wir brauchen unsere Decken fast nicht mehr.

Am Freitag sind wir noch ein Stueck auf der Coromandel Halbinsel nach Norden bis Whitianga gefahren und dann quer ueber die Insel ueber eine unasphaltierte und mal wieder sehr holprige Strasse. Das sind wir schon gar nicht mehr gewoehnt, denn auf der Nordinsel gab es bisher nur Highwayraserei. Naja selbstverstaendlich halten wir uns an die Hoechstgeschwindigkeit von 100 km/h.

An der Westkueste der Coromandel Halbinsel entlang ging es in Richtung Thames nach Totora. Dort haben wir uns kurz ein 'maorisches Pa' angeschaut. Diese Anlagen dienten im Kriegsfall als Schutz.

Auf dem Highway 1 fuhren wir in Richtung Auckland und genossen einen ersten Blick auf die riesige Stadt, die uns noch erwartet und auf die wir uns auch schon sehr freuen.
In einem Kuestenvorort von Auckland: Orewa gab es 'bisher' die groesste Eisportion ueberhaupt. Wir schlenderten am Strand vom Hauraki Gulf und bestaunten die Kuenste der paraglidenden Surfer.

Ueber Whangarei folgten wir der Hauptverbindungsstrasse in den Norden. Auf dem Weg legten wir natuerlich eine Toilettenpause in Kawakawa ein. WARUM?? Weil es dort eine oeffentliche Hundertwasser-Toilettenanlage gibt: deshalb!!
Der Kuenstler und Architekt Frederick Hundertwasser lebte nach seiner Einbuergerung in dieser Region und liegt dort auf seinem Landsitz begraben.

Im Sauseschritt kamen wir dann zur klimatisch beguenstigten Bay of Island, wo wir in Paihia naechtigten und mal wieder unter freiem Himmel speisen konnten - sowohl unter Mondlicht als auch unter Sonnenschein!!!
Die Bay of Island ist durch ihre Geschichte sehr bedeutend fuer Neuseeland: Hier konzentrierten sich erste maorische Siedlungen, Territorialkaempfe und politische Diskussionen zwischen Pakehas (weisse Siedler) und Ureinwohnern.

Wie ihr seht hat die Nordinsel genau soviel zu bieten wie der Sueden, nur leider fehlt uns die Zeit fuer eine intensive Erkundung. Die letzten Tage laufen an, fuer uns total unvorstellbar. Wehmuetig lassen immer unsere Erinnerungen Revue passieren und koennen gar nicht glauben, was wir in den letzten sechs Wochen alles gesehen und erlebt haben!!
Haben uns so an die Reiseroutine gewoehnt, dass es komisch sein wird ohne diese weiter leben zu koennen ;)

Dienstag, 16. August 2005

Totaler Urlaub pur

Weil es uns in Rotorua so gut gefallen hat, haben wir dort gleich noch einen 'richtigen' Urlaubstag drangehangen - mit dem Ziel, uns mal so richtig zu entspannen (weil wir hier ja sonst so einen Stress haben ;o)

Nach einer 3-stuendigen Morgenwanderung durch den Redwood-Forest (der Wald wurde mit Redwoods - kalifornischen Riesenbaeumen - aufgeforstet) haben wir uns mit einer superleckeren riesengrossen Portion Eis belohnt. Weiterhin gings am Strand des Rotorua Sees entlang zu einer Maorisiedlung.
Zum groenenden Abschluss unseres Ferientages sprangen wir in die heissen Quellen von Rotorua: totaler Urlaub pur!

Am naechsten Tag (Sonntag) ging es sehr vulkanisch spektakulaer zu. Erster Stop war der legendaere Lady Knox Geysir, der mit Saufenlauge zum Ausbruch gebracht wurde. Ein absolutes Touristenspektakel! Uns hat es nicht so vom Hocker gehauen, schliesslich befanden wir uns mit ganz vielen anderen Touristen im theateraehnlichen Freiluftkino und mussten darauf warten, dass der Animateur den Geysir mit Seife zum Sprudeln bringt.
Danach gings zu Fuss durch vulkanisches Gebiet in Waiotapu: vorbei an rauchenden Kratern und kochenden Kraterseen mit unterschiedlichsten Farben, blubbernden Schlammloechern und Wasserfaellen. Das war viel mehr nach unserem Geschmack und da mal wieder die Sonne schien, wurde die ganze Angelegenheit noch bunter.

Nach diesem explosiven Vormittag fuhr unser Buddy mit uns vorbei an den Huka-Wasserfaellen nach Taupo.

Die Stadt liegt am gleichnamigen See, dem groessten von Neuseeland. In diesen fliesst gleichzeitig auch der laengste Fluss des Landes: Waikato River.

Der Montag begann hier mit grosser Aufregung! Fuer Sylvia ging es hoch hinauf (um nicht zu sagen ganze 4 Kilometer) und dann wieder steil und schnell runter!!! Festgeschnuerrt an einen gut aussehenden Fallschirmspringer :o))))) Beweismaterial und Zeugen sind vorhanden.
Nach dem Skydive fuhren wir gleich weiter, denn wir muessen jetzt immer Kilometer schrubben...

Unser naechstes Ziel war die Stadt Napier - wunderschoen gelegen an der Hawke Bay: die sogenannte 'Art-Deco-Hauptstadt der Welt'! Nach einem grossen Erdbeben 1931 wurde die Stadt neu aufgebaut - im Art-Deco und spanischen Missionsstil. So entstand ein mediterranes und doch modernes Stadtbild mit einer supertollen Kaffeeszene.

Heute morgen wurden wir von einem wunderschoenen Sonnenaufgang ueber der Bucht geweckt. Nach einem ziehmlich kuehlen Fruehstueck (bei 3 Grad Celsius!!!) haben wir uns auf den Weg zur Mahia Halbinsel gemacht, wo wir bei Sonnenschein, azurblauem Himmel und tuerkisfarbenen Meer am Sandstrand lagen, relaxten und diesen Artikel verfassten.

Momentan sitzen wir in Gisborne und geniessen den zeitigsten Sonnenaufgang der Welt am 178. Meridian!!!

Morgen geht es Richtung Norden - zur Bay of Plenty!!!

Freitag, 12. August 2005

Es dampft

Die 3-stuendige Faehrfahrt nach Wellington fuehrte uns durch den Marlborough Sound und war super schoen, begleitet von Sonnenschein.
Wir hatten eine traumhafte Sicht vom Wasserweg auf die Welt der Fjorde.

Bei Ankunft hatten wir einen herrlichen Blick auf die Skyline von Neuseelands Hauptstadt.
Der erste Eindruck war fuer uns Landeier recht ungewohnt, ging es hier doch deutlich hektischer und chaotischer zu. So waren wir es schon lang nicht mehr gewoehnt. Doch gefiel uns der Trubel hier ganz gut.

Der Mount Victoria Lookout verschaffte uns zunaechst einen ersten Ueberblick ueber die Stadt Wellington und seine Lage zum Meer.
Ein kleiner abendlicher Stadtbummel bei lauen 14 Grad Celsius fuehrte uns durchs Stadtzentrum, wo wir den Abend mit Bier und Wein bei Grossstadtluft genossen. Der tolle Start auf der Nordinsel machte den Abschied von der Suedinsel nicht ganz so schwer. Auch die erste Nacht war hier sehr gemuetlich, zumal es draussen in Stroemen regnete.

Am naechsten Morgen schauten wir uns die Stadt bei Sonnenschein nun naeher an: Kirchen, Bahnhof, Regierungsgebaeude und abendteuerliche Buerogebaeude. Im Gegensatz zum Nationalmuseum 'Te Papa' wirkten diese fast nebensaechlich. Mit diesem architektonisch faszinierenden Gebaeude identifizieren sich die Wellingtonarier sehr stark, so nennen sie es auch liebevoll 'our place' (unser Platz).
Dies drueckt die neue Verbundenheit mit der Kultur der Maories aus, die zentrales Thema des Museums ist (Maories sind die Ureinwohner Neuseelands). Daneben wird die gesamte Geschichte Neuseelands dargestellt, von der geologischen Entstehung, ueber die europaeische Besiedlung bis zum heutigen Status Quo.
Uns gefiel der Besuch ausserordentlich gut - ein multimediales Erlebnis -, zumal alle Museen in der Landeshauptstadt eintrittsfrei sind.

Am Nachmittag ging es an der Westkueste ueber Wanganui in Richtung Egmont Nationalpark. Geschafft haben wir es bis nach Hawera (ca. 300 km), wo wir unser Nachtlager aufschlugen. An diesem Abend haben wir besonders gruendlich aufgegessen, denn wir wollten die dicken Wolken am naechsten Morgen nicht mehr sehen.

Mittelpunkt des Nationalparkes ist der Berg Taranaki, der aufgrund seiner perfekten Formation mit dem Fudjiama verglichen wird. Wer will den schon hinter Wolken sehen?

Natuerlich war am naechsten Morgen der Himmel klar und wir hatten einen fantastischen Blick auf den schneebedeckten Berg waehrend unserer Fahrt zum Nationalpark.
Nach einem kurzen Spaziergang ging es auch gleich weiter, denn es mussten wieder 300 km gefahren werden.
Ueber den Highway 3 vorbei an Stratford, New Plymouth und Te Kuiti ging es nach Waitomo.

Hier haben wir heute morgen die Gluehwuermchengrotte besucht, die gigantische Tropfsteinformationen besitzt. Highlight war natuerlich die Gondelfahrt durch die Hoehle, welche von 'Milliarden' Gluehwuermchen erleuchtet wird.

Jetzt sitzen wir im Internetcafe in Rotorua. Dieser Ort ist bekannt fuer seinen schwefeligen Geruch, der durch die zahlreichen heissen Quellen verursacht wird, die hier ueberall rumdampfen und blubbern. Man gewoehnt sich schnell an den Duft von faulen Eiern und so wurde ein Stadtspaziergang zum abwechslungsreichen Erlebnis. An dampfenden Wasser- und Schlammloechern ging es weiter vorbei am Strand des Sees Rotorua zu den Touristenattraktionen: den Badehaeusern!

Aufgefallen ist uns, dass der Anteil der maorischen Bevoelkerungsgruppe hier auf der Nordinsel viel groesser ist als im Sueden. Auch scheint die Besinnung auf deren Kultur und Werte staerker ausgepraegt. So finden sich hier viele Stadt- und Strassennamen in maorisch (Waitomo, Rotorua). Einige englische Namen wurden sogar wieder entfernt und wichen den urspruenglichen Bezeichnungen der Ureinwohner.
Zum Beispiel wird der ehemals als Egmont bezeichnete Berg heute wieder Taranaki genannt.

Morgen geht es zum Lake Taupo, vorbei an Geysiren, Vulkanen und vielen anderen Naturwundern. Wir muessen mit unserer Zeit ganz schoen haushalten, denn 2 Wochen sind fuer die Nordinsel ganz schoen knapp...
Doch als gut eingespieltes Team tuefteln wir die beste Reiseroute zusammen!!!

Dienstag, 9. August 2005

Auf in den Norden

Heute muessen wir uns nun endgueltig von der wunderschoenen Suedinsel verabschieden. Mit der Faehre geht es um 1.30 Uhr in die Hauptstadt Wellington zum suedlichsten Zipfel der Nordinsel.

Die letzten beiden Wochen beginnen und es gibt viel zu tun, packen wir es an!
Wir freuen uns auf weitere unvergessliche Erlebnisse, die wir hier mit Dir teilen werden.

Ganz wichtig
Der letzte Beitrag wurde noch vervollstaendigt!!!! Also unbedingt nochmal nachlesen, denn wir hatten technische Schwierigkeiten.

P.S. Es gibt 2 weitere Fotos im Neuseelandordner!!

Montag, 8. August 2005

Gluecklich und zufrieden

In Kaikoura wurden wir von einem wunderschoenen Sonnenaufgang ueber dem Meer geweckt. Gestaerkt vom Fruehstueck haben wir uns auch gleich auf die Socken zum Peninsula Walkway gemacht. Leider sind ein paar Wolken aufgezogen, so dass die Sicht nicht sehr weit war, aber dafuer alles sehr mystisch aussah. Ueber Stock und Stein, vorbei an Kuehen , Schafen und Robben sind wir an der wunderschoenen Kueste der Halbinsel entlang spaziert und letztendlich kam auch die Sonne wieder zum Vorschein, was natuerlich mit einem Eis gefeiert werden musste. Das Eis ist hier einfach so fantastisch lecker!! Die Portionen sind riesig und spott billig - so dass wir eine neue Waehrung im Portmonaie haben - wir rechnen nur noch in Eisportionen!!

Weiter ging es in Richtung Norden nach Blenheim. Die Gegend ist sehr bekannt fuer seinen Weinanbaugebiete . Auch dies war ein Grund unserer Nachtlager in Blenheim aufzuschlagen und den Besuch dieser Stadt mit ein paar leckeren Glaessern Weisswein ausklingen zu lassen...

Am naechsten Tag haben wir uns nach Nelson aufgemacht und dort alles fuer unseren Trip im Abel Tasman Nationalpark organisiert. Auch wenn wir uns wiederholen, aber das Wetter war genial!! Haben uns mal wieder unter strahlendem Sonnenschein auf eine Stadterkundung begeben. Da man von oben ja bekanntlich den besten Blick hat, sind wir auf einen Huegel geklettert und haben den Rund-um-Blick auf Land und Leute genossen.
Entlang am Maitai River ging es zurueck in die City.
Zur Kroenung haben wir da ein nettes kleines Cafe gefunden, indem es zu unserer grossen Ueberraschung super leckeren Eiskaffee gab (was bis dahin ein eher schwieriges Unternehmen war...).

Gluecklich und zufrieden haben wir noch einen Abstecher an den Tahanui Beach gemacht und einbisschen relaxt. Endlich mal ein Sandstrand!! Bisher waren uns nur steinige Straende begegnet.

Da am naechsten Tag unserer grosser Wandertrack losgehen sollte, musste wir noch ein ganz paar Kilometer hinter uns bringen.

Der kleine Ort Marahau war der Start und Zielpunkt unserer Wanderung. Nach einem super leckeren Fruehstueck - es gab mal wieder Pancakes - fuehlten wir uns stark genug!!

Mit dem Wassertaxi ging es dann auch los um Abel Tasman Kuestenwanderweg.
Schon die 2.5-stuendige Jetbootfahrt war aufregend, denn viele Delphinschwaerme begleiteten uns. Die Tiere sprangen direkt neben dem Boot aus dem Wasser und wir hatten den Eindruck, dass sie mindestens genauso an uns interessiert waren wie wir an ihnen.

Ab Totaranui waren wir dann auf unsere Fuesse angewiesen, die ausser unserem Gewicht noch die ueberschwerten Rucksaecke schleppen mussten (wir hatten mit ueber 10 kg pro Person ALLES dabei: Milch, Kaffee, Peanutbutter, Marmelade, frisches Obst und Gemuese - so irre muss man sein...)

Gleich zu Beginn lernten wir unsere Mitreisenden kennen: Chris aus New York City und Nadav aus Israel. Beide planten die gleiche Tour und so schlossen wir uns zusammen.

Die 4 Tage unter freiem Himmel waren fantastisch und definitiv ein ganz grosses Highlight unserer bisherigen Reise. Die Sonne verliess uns nie und auch die gute Laune blieb stets erhalten - trotz Blasen, Mueckenstichen und Muskelkater.
Wir haben jeden der 51 Kilometer genossen. Vorbei ging es an Traumstraenden, bergauf und bergab durch den Urwald, ueber Fels und Stein und mit nackten Beinen durch das Wattenmeer (knoecheltief bis beinhoch).
Am 3. Tag waren wir nach 21 Kilometern total erledigt, aber gluecklich und zufrieden.
Die Naechte verbrachten wir in Huetten (Whariwharangi, Awaroa, Anchorage) die recht spartanisch eingerichtet waren. Es gab weder Strom noch Heizung, statt dessen mussten wir Feuer machen und konnten bei Kerzenschein die Abende ausklingen lassen. Huettenromantik pur! Solch ein Ausflug wird definitiv nicht der letzte gewesen sein.

Nachdem wir am Sonntag das noerdliche Ende der Suedinsel bei Farewell Spit erkundet haben, gings zu unserem letzten Ziel auf der Suedinsel: dem Marlborough Sound. In diesem wunderschoenen Fjordland wollten wir eigentlich wie bereits erwaehnt eine Kajaktour machen, die wir jedoch verschoben haben. Die Eindruecke der letzten Wochen wollen erstmal verarbeitet werden, weil uns sonst der Kopf platzt.
Daher entschieden wir uns fuer einen ruhigen Tag in Picton, wo wir mal wieder richtig die Seele baummeln lassen konnten.

Sonntag, 31. Juli 2005

Eiszeit

Nein, nein es ist nicht kalt. Ganz im Gegenteil es ist herrlich warm, die Sonne lacht uns jeden Tag zu und deshalb gibt es jetzt jeden Tag ein Eis!!!
Die erste Eispause lag auf unserem Weg in den Norden, in Hokitika am Strand.

Weiter ging es zu den Pancake Rocks (Pfannkuchen Felsen), welche aussehen wie ein Stapel Pfannkuchen. Puenktlich zur Flut erlebt man in den sogenannten 'Blowholes' riesige Wasserfontaenen, die durch die Brandung in die Unterspuelungen gepresst werden. Die Landschaft hat uns gleich fuers Fruehstuecksmenue am naechsten Morgen inspiriert.

Am Cape Foulwind gab es dann Pfannkuchen! Nach einer Fahrt ueber den Lewis-Pass in Richtung Osten haben wir eine Erholungspause in den Maruia-Springs eingelegt. Dort kann man in natuerlichen Thermalquellen schoen schwitzen bei 40 Grad Celsius. Diese Quellen sind nicht so touristisch ueberlaufen, wie die beruehmten Hamner Springs. In Hamner haben wir die Nacht verbracht.

Heute sind wir wieder an der Ostkueste angekommen: im wunderschoenen Kaikoura. Die Strecke war fantastisch, zum Teil ueber Land und zum Teil an der Kueste entlang. Umgeben von grasgruenen Wiesen, strahlendblauem Himmel, schneebedeckten Bergen und Sonnenschein fuhren wir duch das 'Land der langen, weissen Wolke'...

Gleich goennen wir uns eine Portion Fish & Chips, die hier ganz speziell und super frisch mit 'Crayfisch' gemacht werden.

In den naechsten Tagen planen wir den Norden der Suedinsel zu erkunden. Im Abel Tasman Nationalpark wollen wir eine mehrtaegige Wanderung machen und im Malborough Nationalpark vielleicht Kajak fahren.

Zwischenbilanz zur Halbzeit:
Mittlerweile hat uns unser Buddy schon ueber 3.300 km transportiert. Und auf jede 100 km gibt es schon 6 Schnappschuesse!

Samstag, 23. Juli 2005

Auf der Suche nach Schnee und Gletscher

Der gestrige Tag war voller Ueberaschungen! Nach dem morgendlichen Regen, hat es sich schnell aufgeklaert, was unser Startsignal war.

Zuerst ging es am Lake Wakapitu entlang nach Glenorchy, wo man laut Reisefuehrer der Gletscherwelt sehr nahe kommen soll. Die Reiseroute war traumhaft, umgeben von schneebedeckten Bergen immer an den Ufern des groessten Sees Neuseeland entlang. Doch unsere Vorstellung von einem Martini on the rocks mit echtem Gletschereis hat sich nicht erfuellt. Je weiter wir fuhren, desto ferner waren die eisbedeckten Gipfel.
Doch mit schoenem Sonnenschein haben wir die Rueckfahrt nach Queenstown angetreten, diesmal die wundervolle Strecke rueckwaerts: ein weiterer Blickfang!

Unser naechstes Ziel war die Schneefarm zum Langlauf! Es ging serpentinaehnliche Strassen hinauf, gaaaaaanz weit und hoch. Nach jeder Biegung erwarteten wir ein massiges Schneegebiet, jedoch weit gefehlt: hier ein Kruemelchen, da ein Floeckchen. Wo sollen wir hier bitte Ski fahren???
Nach viel Verwirrung und Entsetzen haben wir festgestellt, dass diese Farm doch sehr viel weiter weg liegt, als angenommen. Doch weiterfahren kam nicht in Frage, denn Arrowtown lag hinter uns und stand fest auf unserem Programm.

Diese kleine Stadt hatte seinen Ursprung im Goldrausch. Noch heute verspuert man einen gewissen abendteuerlichen Flair mit diesen alten Holzhaeusern.

So nun muessen wir aber los, genug gequatscht. Die ersten Fotos sind nun hier zu finden!!!


Naaa noch nicht fuendig geworden?? Dann kuck mal unter dem Menuepunkt 'Bilderalben' und 'Neuseeland'! Viel Spass

Freitag, 22. Juli 2005

Huettenabend

Nachdem wir den gestrigen Tag ja sehr ruhig angegangen sind, konnten wir nen richtig zuenftigen Huettenabend starten. Mit Bier fuer 2.50 $ ging es auch gut ab!!! Heute haengen dicke Wolken ueber Queenstown und wir hoffen, dass unsere Schneefarm erhalten bleibt.

Langlauf scheint hier nicht sehr verbreitet zu sein, weshalb wir in die naechste Ortschaft fahren muessen: Arrowtown! Hier ist alles auf Thrill getrimmt: schneller, steiler, chaotischer und gefaehrlicher ist die Devise. Dafuer ist die durchschnittliche Krueken- und Gipsnutzung erstaunlich viel hoeher. Aber uns gefaellt es trotzdem richtig gut, es ist hier absolut gemischtes Publikum, gibt gemuetliche Cafes und Kneipen und natuerlich Huetten!!!

Derzeit bummeln wir noch ein wenig im Hostel rum, schreiben Karten (Conny) und Emails (Sylvie)! Haben es nicht so sehr eilig, schliesslich haben wir ja Urlaub!!! Ausserdem schmeckt uns das Fruehstueck richtig gut...

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