Der gestrige Tag fing sehr frauenfreundlich an: wir gingen shoppen! Nun gut, ich fuer meinen Teil habe eigentlich nur Souvenirs gekauft!! Mendoza ist neben seiner Eiscremè naemlich auch bekannt fuer seine Schokolade ;-) Ich hoffe nur, dass es an der Grenze keine Probleme gibt.
Am Nachmittag stand dann noch eine Weintour auf dem Programm! Die Provinz Mendoza stellt 70 Prozent der gesamten argentinieschen Weinproduktion her, weshalb so ein Ausflug nicht fehlen durfte.
Zuerst besuchten wir das Familienweingut "Badouga", was ueberraschenderweise relativ gross war. Dort lernten wir nach einem Rundgang die Weinpruefung bei einer Probe kennen. Nun kann ich also ganz technisch meinen Billigwein pruefen!!! Habe ich schon erwaehnt, dass eine Flasche chilenischer Rotwein (meiner Meinung nach ein guter Rotwein) nicht mehr als 1.20 Euro kostet?
Das zweite Weingut galt als grosse Weinkellerei und gehoert einem Brasilianer mit deutscher Abstammung: die Weinkellerei "Weinert".
Den letzten Abend haben wir wieder gemuetlich in unserem "Lieblingsrestaurant" gegessen und lange bei argentinischem Wein draussen gequasselt. Mittlerweile ist es schon so warm, dass man Nachts keine Jacke mehr braucht!
Heute morgen sind meine lieben Mitreisenden schon zeitig nach Santiago aufgebrochen, da Edwin am Abend arbeiten muss. Ich werde den Tag noch hier verbringen, denn es ist ja so schoen hier und dann mit dem Nachtbus heimfahren.
Gleich werde ich einen schoenen Spaziergang in den Park machen und dort meinen Tag mit einem guten Buch vertroedeln... Ach ist das Leben nicht herrlich???
P.S. Wegen der Zeitverschiebung sind ungluecklicherweise 2 Beitraege auf den 6. November gefallen!!!
sylvia - 8. Nov, 12:57
Nach einer guten Nachtruhe waren wir relativ fit, um den riesigen Stadtpark "San Martin" naeher kennen zu lernen. So verbrachten wir auch den gesamten Tag dort, ohne uns zu langweilen.
Die Anlage ist mit seinen 660 Hektar nicht nur riesig, sondern auch wunderschoen. Es gibt hier die verschiedensten Baeume und Pflanzen aus aller Welt, einige Seen, einen wohlduftenden Rosengarten, einen Golfplatz, einen richtigen Zoo mit mehr als 1.000 Tieren, ein Open-Air-Theater, eine grosse Kompostanlage (von einem deutschen Verein fuer Umweltschutz!) und vieles mehr...
Da Debbies Eltern nach einem langen Spaziergang langsam schwaechelten, wir aber bei weitem nur einen winzigen Teil gesehen haben, entschlossen wir uns fuer eine Bustour.
Diese Idee erwies sich als ideal, denn wir fuhren in den 1.5 Stunden fast durch den gesamten Park. Wir fuhren letztendlich auf den Huegel des Ruhmes, wo ein wunderschoenes Denkmal zur Befreiung Argentiniens steht und wir einen herrlichen Ausblick auf die gesamte Umgebung Mendozas hatten. Wir lernten auf dieser Tour nicht nur die Anlage kennen, sondern auch viel ueber das Leben der Mendozinos.
Interessant ist, dass dieser Park fuer die Gesundheit der Bevoelkerung angelegt wurde, die vor dessen Existenz verstaerkte Probleme mit den Atmungsorganen hatten. Mendoza liegt ungefaehr 100 Kilometer oestlich von der riesigen Andenkordilliere. Die feuchten Luftmassen regnen sich lange ab, bevor sie die Stadt erreichen. Deshalb war das Klima sehr niederschlagsarm und der Staub reizte die Atemwege der Menschen. Durch diesen riesigen Park wurde sozusagen eine Abhilfe geschaffen, denn er bildet ein eigenes Mikroklima.
Der Reisefuehrer meinte ferner, dass Mendoza stark erdbebengefaerdet ist und deshalb keine Gebaeude hoeher als 14. Stockwerke gebaut werden duerfen. Dies erklaert auch die Vielzahl an innerstaedtischen Plaetzen und Parks, sowie die breiten Strassen. Hier sollen die Menschen Zuflucht finden, wenn die Erde bebt und jedes Gebaeude auseinanderfallen kann.
Den spaeten Nachmittag haben wir natuerlich wieder in einer Eisdiele verbracht und weitere Sorten auf der langen Liste (es gibt sicherlich mehr als 40 leckere Geschmaeker) abgehackt!
sylvia - 6. Nov, 23:06
Da ich die gestrige Nacht durchgefeiert habe, haeng ich grad echt ein bisschen durch! Aber geich geht es zu einem italienischen Restaurant fuers Abendbrot. Debbie und Edwin schwoeren auf deren hauseigenen Nudelvariationen... Eine tolle Gelegenheit um meinen beginnenden 11. Reisemonat zu feiern.
Die heutige Anreise nach Mendoza war sehr schoen. Wir hatten geniales Wetter, was meine erste Andenueberquerung natuerlich zu einem ganz speziellen Erlebnis gemacht hat. Wie klein wir doch sind, im Gegensatz zu dieser riesigen Bergkette: beeindruckend!
Vereinzelt lagen auf den obersten Gipfeln noch immer meterdicke Schneereste und mit den verlassenen Skiresorts wirkte es fast schon ein wenig geisterstadtaehnlich.
Die Passstrasse windet sich in tausenden Kurven bis in die Gipfel und macht eigentlich Lust selbst zu fahren. Allerdings gibt es keinerlei Strassenrandbegrenzung, weshalb Vertrauen in den Busfahrer eine gesunde Voraussetung ist.
Mendoza ist ein recht kleines Staedtchen, was viel zu bieten hat. Hier gibt es einen riesigen Park und auch sonst ist das Stadtbild voller Alleen, Parkanlagen und es blueht einfach ueberall. Es gibt wahnsinnig viele Restaurants, Bars, Cafès und Mendoza ist bekannt fuer seine vorzuegliche Eiscremè. (Conny ich muss leider zugeben, dass diese gut an das neuseelaendische Deep South rankommt.)
Der argentinische Charme hat mich gleich nach einigen Minuten verzaubert. Wir sassen heute, nach 5-stuendiger Busfahrt fast den gesamten restlichen Tag in der Sonne in Cafès und im Plaza de Independencia. Ueberall hoert man Musik und die Menschen geniessen den Sommer im Freien!
Wir werden bis Dienstag hier bleiben und es uns richtig gut gehen lassen. Da ich hier kostenlos ins Intenet komme, werde ich bestimmt bald nochmal einen kurzen Artikel schreiben.
sylvia - 6. Nov, 00:11
Der heutige Tag ist mal wieder ein Nationalfeiertag in Chile.
Allerdings wird "Todos los Santos" oder auch "El día de los muertos" (entspricht in etwa Allerheiligen) im gesamten lateinamerikanischen Kontinent gefeiert. Seinen Ursprung findet der Tag bereits in praehispanischer Zeit im Reich der Azteken (ungefaehr im heutigen Mexiko). Im Zuge der spanischen Conquista und der damit verbundenen Auferlegung des katholischen Glaubens, wurde das Fest der Eingeborenen mit den katholischen Vorstellungen vermischt.
Es gibt jedoch noch immer grosse Unterschiede in Lateinamerika, in welcher Art dieses Fest gefeiert wird. In Laendern mit grossem Einfluss der indigenen Bevoelkerung (Bolivien, Guatemala etc.) werden viele traditionelle Braeuche gewahrt.
So werden Altare in den Haeusern der Familien errichtet, auf denen sogenannte Opfergaben (Suessigkeiten, Zigarren oder Schnaps) fuer die Toten angeboten werden. Es existiert der Glaube, dass in der Nacht die Verstorbenen fuer eine kurze Zeit in das Heim zurueck kehren.
Die gesamten Festlichkeiten werden, vorallem in kleinen Doerfern, von allen Bewohnern begangen, wobei die Tueren zu den privaten Haeusern offen stehen und ein Gang zum Friedhof dazu gehoert.
In Santiago ist dies natuerlich nicht so traditionell. Zum einen ist der Anteil der indigenen Bevoelkerung hier sehr gering und zum anderen finden solche gesellschaftlichen Ereignisse, wenn ueberhaupt, dann in kleinerem Rahmen statt. Wer wuerde hier schon seine Tueren unverschlossen lassen?!
Deshalb stand fuer uns fest, dass ein Gang zum Generalfriedhof unabdingbar war. Zum einen interessierte mich natuerlich, wie so ein Grossfriedhof in Lateinamerika angelegt ist und zum anderen wollte ich miterleben, wie die Bewohner Santiagos ihrer Toten gedenken. Ausserdem befinden sich auf diesem Friedhof die letzten Ruhestaetten vieler bedeutender Chilenen.
Der "Cementerio General" befindet sich im Norden der Stadt auf einem riesigem Areal und wirkt wie eine kleine Stadt in sich. Es gibt betonierte Strassen, wovon links und rechts mehrstoeckige Gruften abgehen. Das ist schon ein seltsamer Anblick!!! Auch hier wird der Unterschied zwischen armen und reichen Menschen klar. Die Gruften von wohlbetuchten Menschen sind mondaen und riesig, waehrend die aermeren Leute in diesen mehrstoeckigen Haeusern bestattet werden. Viele Baeume saeumen die Anlage und spenden Schatten.
Der heutige Andrang war immens, wobei es teilweise den Anschein einer Festwiese hatte. Ueberall gab es Erfrischungen und Knabbereien. Die Blumenhaendler hatten machten ein riesiges Geschaeft.
Am Samstag Morgen fahre ich mit Edwin, Debbie und deren Eltern fuer 4 Tage nach Mendoza in Argentinien. Von dieser Reise werde ich sicherlich wieder einiges zu berichten haben und vorallem auch neue Fotos einstellen.
Seit heute befinden sich im Fotoalbum weitere Bilder von der Tanzveranstaltung (unter anderem auch von meinem peinlichen Auftritt), sowie vom Friedhof "Cementerio General".
sylvia - 2. Nov, 16:53