Freitag, 26. August 2005

Santiago de Chile

Obwohl ich ganz schoen muede bin, will ich doch mal von meinen ersten Eindruecken berichten! Sonst sammelt sich einfach noch mehr an...

Bin gestern um 12:45 Uhr Ortszeit puenktlich in Santiago eingetroffen. Durch die Zeitverschiebung hatte ich sogar einen Tag dazu gewonnen. Hier bin ich jetzt 6 Stunden juenger.

War nach dem Abschied von Conny richtig traurig, deshalb hab ich kurzfristig meine ganze Aufregung vergessen. Die kam aber ganz schnell wieder, als ich im Flugzeug einen ersten Blick auf das Land werfen konnte. War das beeindruckend: ein schmaler Landstreifen und im Hintergrund die schneebedeckten Gipfel der Anden!! Nun war ich bereit und freudig gespannt aufs Land meiner Traeume :o)

Am Flughafen hat mich Chris aus Goettingen angequatscht und somit hatte ich gleich eine Reisebegleitung fuer die ersten Tage. Nach dem Abladen unseres Gepaeck's im Casa roja ging es sofort auf einen kleinen Spaziergang durchs Viertel und in das Zentrum.

So viele kleine huebsche Cafes gibt es hier, kleine Bars und Pubs mit toller Musik und die Leute sind so nett: immer ein Laecheln im Gesicht...
Schwer lassen sich die ersten Eindruecke beschreiben. Auf jeden Fall ist die chilenische Atmosphaere so anders als in meinen bisherigen Reisezielen. Viele Gebaeude der Stadt wirken baufaellig, die Strassen sind teilweise katastrophal, aber was fuer einen Charme diese Stadt hat! Zugegeben einen recht herben auf den ersten Blick durch viele kommunistische Betonkloetzer, die mit huebschen Kirchen und Plaetzen zusammengewuerfelt sind. Manchmal hatte ich das Gefuehl in der Dresdner Neustadt zu bummeln.

Im Hostel gab es am Abend eine kleine Diashow ueber Chile. Dadurch habe ich gleich ein paar Infos bekommen, die mir helfen meine Reiseroute zusammen zu stellen.
Die naechsten Tage lasse ich hier erstmal ruhig angehen. Ich werde Informationen sammeln, spanisch lernen und mach mir ganz entspannt einen Plan fuer die naechsten vier Monate. Obwohl das eigentlich eine lange Zeit ist, wird es wieder viel zu wenig sein. Wen Du wuesstes, was mir schon wieder alles so vorschwebt: Atacamawueste, 4-taegige Schiffsfahrt in den Sueden nach Feuerland, Wandertracks in den Anden und in verschiedenen Nationalparks... ach ja!

Chris und ich waren dann gestern Abend noch was trinken, wo wir gleich super schnell Anschluss gefunden haben zu Chilenen. Mit Luis und Alesandra haben wir viele lustige Stunden verbracht. Hier gibt es Bier in 1-Liter-Flaschen, was gar nicht so schlecht schmeckt auch wenn es mir heute fast den ganzen Tag arg zugesetzte. Ich hatte einen Kater der schlimmsten Sorte, der ICH-SCHWOERE-NIE-WIEDER-ALKOHOL-ANZUFASSEN-Sorte!

Am Nachmittag kam Luis ueberraschenderweise im Hostel vorbei, welches uebrigens erste Sahne ist. Riesige Raeume, tolle Gemeinschaftszimmer, riesige Kueche, einen Hinterhof und nette Gaeste.

Luis hat mir dann seine Stadt gezeigt, was fantastisch war. Wir sind ueberall gewesen, soviel gelaufen und haben tausend Sachen gesehen. Wir waren im Zentrum, auf dem Plaza de Armas, in der Paseo Huerfanos (einer Einkaufspassage), an geschichtlichen Plaetzen wie dem Plaza de la Constitution oder dem Ex Congreso National, in einer Ausstellung der Nationalbibliothek, an der Universitaet, auf einem innerstaedtischen Ausblick und natuerlich in mehreren Kathedralen. Ich habe natuerlich voellig den Ueberblick verloren und bin mir nicht sicher, wo sich das nun alles auf dem Stadtplan befindet.

Luis ist Schriftsteller, super intelligent und ein absoluter Gesellschaftskritiker. Ich wuenschte mein Spanisch waere besser, denn er ist ein wunderbarer, sehr belesener Gespraechspartner. Zu fast jedem grossen Gebaeude in Santiago konnte er mir was erzaehlen. Auch hat er mir kleine Gaesschen gezeigt, wo sich das chilenische Volk trifft.

Mittlerweile ist es schon fast Mitternacht und ich werde mal schauen, ob heute noch was geht. Lust hab ich keine, aber es waere schon mal nett wieder das Tanzbein zu schwingen.

Uebrigens gibt es noch ein ganzes paar neuer Fotos im Neuseeland-Ordner!!!

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waltraud2000 - 27. Aug, 14:37

Gruß aus Freiberg

Liebe Sylvia,
nachdem ich aus der Schweiz wieder zu Hause bin, habe ich Deine Berichte, welche sehr schön geschrieben waren, mit Spannung aufgenommen. Es ist ja der blanke Wahnsinn, was Ihr in Neuseeland alles erlebt habt. Nun berichtest Du schon wieder aus Chile, wie schnell doch die Zeit vergeht. Nun dauert es ja nur noch 4 Monate bis wir uns hoffentlich wieder sehen werden. Ich freue mich schon darauf, denn ich habe Dich sehr lieb.
Ich wünsche Dir in Deinem letzten Reiseland weiterhin viele schöne Erlebnisse, aber auch in unserer aller Interesse, die Deine Reiseberichte verfolgen und schicke Dir aus der Heimat viele, viele Küsschen, Deine Omi

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