Montag, 5. Dezember 2005

Ins Hinterland von Cordoba

Der heutige Morgen fing sehr entspannt an. Nach einem kleinen Fruehstuck habe ich meine neuen Mitbewohner kennen gelernt: Melissa und Nicolas aus Australien (geboren in Ex-Yugoslawien).

Nach dem gestrigen Stresstag in Cordoba, wollte ich es heut entspannt angehen. Vorallem wollte ich die Umgebung um Cordoba besichtigen, denn die Stadt hatte es mir nicht sehr angetan. Und irgendwo musste es doch eine schoene Ecke geben fuer einen relaxten Sonntag.

Nachdem ich mit einigen Angestellten gesprochen habe, entschied ich mich nach Carlos Paz zu fahren. Gleich schlossen sich die beiden Australier an und so fuhren wir zu dritt 28 km in Richtung Sueden.

In Carlos Paz schlenderten wir ein wenig herum und besorgten einige Sachen zum Picknicken. Danach ging es etwa 5 km weiter bis zur Cuesta Blanca. Dort sollte es eine herrliche Flusslandschaft geben.

Im Bus sprach ich zufaelligerweise ein argentinisches Paearchen an, um nach dem Weg zu fragen. Wir kamen sehr schnell ins Gespraech und so zogen wir dann an der Endhaltestelle zu fuenft los auf der Suche nach dem Hippiestrand.

Wir kletterten ueber Stock und Stein, ueberquerten den Fluss mehrere Male, erklommen einen Berg, passierten einen Wasserkanal und auf unsere Frage nach dem Weg, gab uns jeder Mensch eine andere Antwort. Diese aufregende Wanderschaft unter bratender Hitze war nach 1.5 Stunden jedoch jede Minute wert. Wir kamen endlich zu unserem Strand. Eine Landschaft so herrlich wie im Paradies: kaum eine Menschenseele, ein kleiner Bauernhof in einem riesigen Flusstal und ein wunderschoener Sandstrand am Fluss mit frischem Wasser.

Die naechsten Stunden verbrachten wir badend, picknickend und quatschend. Wir hatten alle eine so schoene Zeit zusammen und leider verging die viel zu schnell.

Ein absolutes Highlight war ein Eisverkaeufer, der uns an diesem Ende der Welt mit Wassereis belieferte. Ja und Schweine koennen fliegen oder so aehnlich...

Gegen 22:30 Uhr schafften wir es erst nach Cordoba zurueck und verabschiedeten uns herzlichst. Was fuer ein Sonntag und welch grosser Unterschied zum gestrigen Tag!!!

Sonntag, 4. Dezember 2005

Cordoba

Mein erster Tag in Cordoba erlag meiner miesen Stimmung: ich muss es zugeben! Ich war unausgeschlafen, muffelig, ohne wirklich grosse Lust auf Neues und bemitleidete mich wegen meiner Sehnsucht nach Santiago und Chile!!! Wie schlecht es mir doch geht, Herrgott... ;-)

Nun gut, zu meiner Ehre muss ich eingestehen, dass auch viele Sachen idealer haetten sein koennen.
Ich war wirklich mehrere Stunden auf der Suche nach einer Bank, welche mir auf meine australische Bankkarte Geld gibt. Was in Chile nie ein Problem war, erwies sich hier fast als Desaster! Voellig verzweifelt haette ich fast beschlossen eine Bank auszurauben, aber am Wochenende haben die ja ueberall geschlossen, haha! Mist...
Na irgendwann wurde ich gluecklicherweise fuendig und meine Existensaengste minimierten sich schnell.

Mit dieser genommenen Last konnte ich nun aber die totale Hitze fuehlen, die Cordoba im Griff hatte. Ohne meine Sonnenbrille (die ich natuerlich nach der Reise im Bus vergessen hatte, argh) wurde das zum absoluten Stress.

So hatte ich keinen Sinn fuer Stadt, Museen und Kirchen. Ich wollte irgenwo ans Wasser. Also stiefelte ich in Richtung Park: "Parque Sarmiento", wo allerdings jegliche Wassseranlagen abgestellt zu sein schienen. Extra fuer mich, jaja...

Ahhh ein Nachmittag zum Verzweifeln!!! Und wie soll ich bitte schoen die naechsten Tage hier aushalten? Was soll ich machen? Wohin kann ich fluechten? Vielleicht wieder zurueck nach Santiago, in den Schoss meiner lateinamerikanischen "Amme"???

Samstag, 3. Dezember 2005

Und nun doch Argentinien

Bin heute morgen nach einer 15-stuendigen Busfahrt gegen 7:00 Uhr in Cordoba eingefallen.

Cordoba liegt 9 Busstunden von Mendoza in nordoestlicher Richtung entfernt.

Da ich meine chilenische Touristenkarte nicht mehr gefunden hatte, gab es an der Grenze noch einen Anschnauzer mit auf den Weg, aber auch das kann mir meinen Aufenthalt in Chile nicht versauern. Wie winzig und schmal das Land doch ist im Vergleich zu Argentinien, mein zartes Chile!

Nach meinem ersten Eindruck nach zu urteilen, unterscheiden sich die beiden Nachbarstaaten landschaftlich schon ein wenig. Hier gibt es weitlaeufige Ebenen mit diesen typisch suedamerikanischen "Hazienda´s" (grosse Landgueter). Das sieht schon schick aus, wenn von der Fernverkehrsstrasse riesige Einfahrtstore abgehen, von wo aus man dann auf einer alleenartigen Strasse zum Anwesen gefuehrt wird.

Ja und ausserdem stehen ueberall saftige Steacks auf den Weiden!!! ;-)

Das Reisen mit den Ueberlandbussen wurde mir schon vor meiner Ankunft in Suedamerika als erstklassig beschrieben. Dem kann ich nur beipflichten, denn die Ausstattung ist fantastisch (Liegesessel, Kopfhoerer, Decken, Kissen etc.), der Service grossartig (Vollverpflegung wie im Flugzeug), es gab auf dieser Fahrt 3 Filme zu schauen und ausserdem kann man noch die Landschaft geniessen.

Cordoba wirkt auf den ersten Blick wenig einladend. Es ist viel groesser, als ich es mir vorstellte. Ueberall wird gebaut und noch kann ich nicht glauben, dass es mir hier gefallen soll. Aber als reiseerfahrener Tourist werde ich meinen ersten Spaziergang abwarten, denn oft verstecken sich die schoensten Dinge irgendwo und warten auf die Entdeckung!

Auf meinem Weg zum Hostel Morada bin ich auf so viele Feierlustige getroffen, die gegen 8:00 Uhr morgens die Clubs erst verlassen. Na irgendwas wird mir auch an den Argentiniern gefallen...

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