Samstag, 29. Januar 2005

Hongkong zum Zweiten

Nach nunmehr 3 Tagen in Hongkong kommt es mir so vor, als waere ich der Experte schlechthin. Mittlerweile habe ich mich ganz gut ins Faehren-Bus-Metronetz reingefuchst, was mir zu Beginn noch super kompliziert erschien. Doch wenn man sich damit befassen muss, dann kommt man ganz schnell rein.

Ich bin gestern Starbucks abtruennig geworden und aus drei Gruenden zu Pacific Coffee gewechselt: hier gibt es viel mehr gemuetlich Couches, viel mehr Auswahl beim Kaffee und kostenlosen Internetzugang! Hossa... Auch sonst sind die Gebuehren nicht hoch, aber in den Internetcafes ist es furchtbar laut und kalt und dunkel. Da bevorzuge ich das Cafe schon viel mehr, denn hier kann ich nebenher noch rauskucken auf die Strasse... Menschenkino!

Gestern war ich auf der Insel Lantau, wo sich die groesste freistehende Buddhastatue befindet. Nachdem ich gelesen habe, dass sie erst vor 10 Jahren dort errichtet wurde, war meine Begeisterung nicht mehr ganz so gross. Ausserdem spielte auch das Wetter nicht mit: es regnete und war neblig! Somit konnt ich meine Wanderung auch vergessen, denn es ging querfeldein und ich hatte keine Lust auf nasse Fuesse, die noch nicht mal mit einem begnadeten Ausblick belohnt worden waeren. Na erkaeltet habe ich mich auch ohne nasse Fuesse...

Abends habe ich mir dann die speziellen Maerkte vorgenommen. In Hongkong gibt es einen Marktplatz bzw. eine Strasse fuer jedes Sortiment, das in europaeischen Kaufhaeusern eine neue Abteilung bilden wuerde. Zum Beispiel einen Stoffmarkt, einen Schmuckmarkt und einen Tiermarkt.
Am schoensten fand ich den Vogelmarkt. Dort war ein Krach durch die Tiere, unglaublich! Ueberwiegend alte Maenner liefen dort mit ihren Vogelkeafigen herum und debatierten ueber ihre Lieblinge.
Weiter ging es dann ueber den Blumenmarkt, wo es herrlich duftet und natuerlich auch toll aussieht. Orchideen, Orangenbaeume und Dalien en masse, ach da geht mir das Herz auf.
Der Fischmarkt war schon witzig, denn neben Essfisch kann man da auch Zierfische in Plastiktueten kaufen.

Der heutige Tag begann mit einigen organisatorischen Dingen, denn ich musste im Quantasbuero meine Fluege umbuchen. Da Conny mich nach Neusseland begleiten wird, wollten wir gern unsere Fluege anpassen. So werden wir ab dem 7. Juli 05 erst Melbourne und nach dem 12. Juli 05 auch Neuseeland gemeinsam unsicher machen: TUSCH! Obwohl mir das Alleine-Reisen schon gar nix mehr ausmacht, bevorzuge ich es doch in Begleitung. Beide Reiseformen haben was fuer sich... Allein achte ich viel mehr auf Details und lern schneller neue Leute kennen, in Begleitung ist man ja meistens selbst am quasseln, zumindest ich! Na aber dazu habe ich ja nun auch die beste Begleitung gefunden!!! Freu mich... ;o)

Das Umbuchen war kein Problem, problematischer war es das Buero zu finden. So ging schon der halbe Vormittag dafuer drauf. Die andere Haelfte verbrachte ich dann damit, die Ticketschalter fuer die Faehre nach Macau zu suchen.

Da fuer eine grossen Ausflug nicht mehr die Zeit war, bin ich mit der Bahn in die New Territorries gefahren. Das sind sogenannte Trabantenstaedte, die sich entwickelt haben, als die Insel Hongkong buchstaeblich aus allen Naehten platzte.
Vielleicht ist es an dieser Stelle ganz sinnvoll einen kleinen geschichtlichen Einblick zu Hongkong zu geben. Also gruebel, gruebel: Hongkong war (seit wann auch immer) britische Kolonie und fungierte als Umschlagplatz fuer den Opiumhandel. Opium war damals (wann auch immer) die einzige Ware, mit der die Chinesen breit waren ihr kostbares Porzellan und Kraueter zu handeln. Naja, letzten Endes stand dieses Gebiet halt staendig unter europaeischem Einfluss und im Zuge der Isolierung Chinas wurde es auch Zufluchtsstaette fuer viele Chinesen. Deshalb stieg die Bevoelkerungsdichte immens an und neue Gebiete mussten zwangslaeufig erschlossen werden. Dabei entstanden die Trabantenstaedte, die eine selbstaendige Infrastruktur haben und als Pendlerwohnstaedte dienen.

Den heutigen Abend lass ich im Cafe ausklingen, mit meinem Buch in einer dicken, roten Plueschcouch... :o)

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