Montag, 22. August 2005

Camperdasein ade

Am Samstag fuhren wir in das geschichtstraechtige Waitangi. Dort wurde 1840 der 'Vertrag von Waitangi' von vielen maorischen Stammeshaeuptlingen unterschrieben, der die Territorialrechte zwischen den Ureineinwohnern und den britischen Siedlern festlegen sollte. Ziel des Dokumentes war die friedliche Annaehrung beider Voelker, indem den Moaris das uneingeschraenkte Recht auf das Land als ihr Eigentum zugestanden wurde. Allerdings war dies nicht der Fall, so dass bis heute der Vertrag eine sehr umstrittene Angelegenheit gilt.

Ueber Kerikeri ging es dann nach Norden weiter zur Doubtless Bay, wor wir am Coopers Beach eine 2-stuendige Mittagspause einlegten und in der Sonne schliefen und schwitzten.
In Kaitaia gab es dann den taeglichen Kaffee, bevor es weiter zum Cape Reinga ging. Zum noerdlichsten Punkt Neuseelands ging es ganz mystisch ueber eine Schotterstrasse, unter sternenklarem Himmel und Vollmond. Erwartet haben wir eigentlich eine flache, norddeutsche Landschaft. Umso ueberraschter waren wir von der Berg- und Talfahrt und letztendlich standen wir auf einem riesigen Kliff und konnten einen fantastischen mondbeschienenen Ausblick auf das Meer geniessen.

Am naechsten Morgen machten wir einen kurzen Spaziergang zum Leuchtturm, wo wir den Pazifik und die Tasman See nun auch bei Tageslicht aufeinandertreffen sehen konnten. Gleich danach ging es auf zum Ninety Mile Beach und ins Land der Riesenduenen in Te Paki.
Wir kamen uns vor wie in einer Wueste und stapften durch den weiten Sand. Nach einem steilen Anstieg ging es auf dem Hosenboden und auf Plastetueten mit viel Gaudi wieder 'Duenenbergab'.

Nach diesem erreignisreichen Tagesstart, genossen wir unser letztes Sonntagfruehstueck in Pukenui mit Eiern, Baguett, Kaffee und Kuchen...

Auf der Weiterfahrt in den Sueden sind wir kurzentschlossen nochmal in die Wellen gesprungen. Dies hatten wir uns fuer die Reise schon lange ganz fest vorgenommen!! Sind ja keine Weicheier!!!

Soviel ist allein an diesem Vormittag schon passiert ...

Am Nachmittag erwarteten uns aber auch noch die Kauri-Fichten (Riesenbaeume) im Waipoua Kauri Forest und im Trounson Kauri Park. So konnten wir den 'Herrn des Waldes' bestaunen, der ca. 2000 Jahre alt ist und uns mit seiner gigantischen Statur sehr beeindruckt hat.
In diesen Waeldern konnten wir die urspruengliche Vegetation Neuseelands bewundern, von der heute nur noch 1% uebrig ist.

Am Kaipora Harbour gab es das letzte Abendessen im 'Camperstyle' - Resteessen unter freiem Himmel.
Auch die letzte Nacht im Buddy war wegen unserer Aufregung ziemlich unruhig - viele Erlebnisse schossen uns in den Koepfen herum und die Neugier auf Auckland tat ihr Uebriges.

Heute gab es nun auch viel zu erledigen!! In Auckland angekommen, musste zuerst ein Hostel organisiert werden und auch der Buddy wieder zu seinem Besitzer finden. Der Abschied fiel uns sehr schwer, schliesslich liess er uns 'unser Buddy' die letzten 7388,5 Kilometer nie im Stich und diente treu als gemuetliches Zuhause fuer die letzten 6 Wochen - schluchz!

Ein letzter Trip mit ihm fuehrte noch einmal zum staedtischen Mount Eden, ein alter Vulkankrater, der heute als Lookout dient. Vor uns tat sich ein wahnsinniger Blick ueber die riesige Stadt auf, die wunderschoen inmitten von 60 alten Vulkankratern liegt.

Nach allen organisatorischen Erledigungen konnten wir uns dann endlich der Grossstadt voellig widmen.
Es ging durchs City Center ueber den Hafen zum Albert Park und dann in unser Hostel. Dort tat ein ausgiebiges und langersehntes Pflegeprogramm fuer Koerper, Haut und Haar dringend Not, da diese schon seit laengerem kein Wasser mehr gesehen haben...

Nun sitzen wir im Irish Pub bei einem legendaeren Snakebit (beruechtigtes Bier-Cider-Gemisch), planen unseren letzten Urlaubstag und koennen selbst kaum glauben, dass unsere gemeinsame Reise nun wirklich bald vorbei sein soll - schnief, heul, schluchz...

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