Freitag, 22. Juli 2005

Huettenabend

Nachdem wir den gestrigen Tag ja sehr ruhig angegangen sind, konnten wir nen richtig zuenftigen Huettenabend starten. Mit Bier fuer 2.50 $ ging es auch gut ab!!! Heute haengen dicke Wolken ueber Queenstown und wir hoffen, dass unsere Schneefarm erhalten bleibt.

Langlauf scheint hier nicht sehr verbreitet zu sein, weshalb wir in die naechste Ortschaft fahren muessen: Arrowtown! Hier ist alles auf Thrill getrimmt: schneller, steiler, chaotischer und gefaehrlicher ist die Devise. Dafuer ist die durchschnittliche Krueken- und Gipsnutzung erstaunlich viel hoeher. Aber uns gefaellt es trotzdem richtig gut, es ist hier absolut gemischtes Publikum, gibt gemuetliche Cafes und Kneipen und natuerlich Huetten!!!

Derzeit bummeln wir noch ein wenig im Hostel rum, schreiben Karten (Conny) und Emails (Sylvie)! Haben es nicht so sehr eilig, schliesslich haben wir ja Urlaub!!! Ausserdem schmeckt uns das Fruehstueck richtig gut...

Wenn Engel reisen

Der Abschied aus Dunedin ist uns schon etwas schwer gefallen, weil es eine wirklich schoene und gemuetliche Stadt ist. Allerdings war das Wetter an unserem Abreisetag nicht wirklich einladend (was sich aber in den naechsten Tage schlagartig aendern sollte!!!), so dass wir in unserem 'Buddy' ganz gluecklich waren. Sind auch geradewegs in Richtung Westen losgebrettert und ohne grosse Unterbrechungen im Fiordland angekommen.

Unser erster Stop fuer die Nacht wurde der Fraser Beach am wunderschoenen Lake Manapouri. Nach dem ganzen Stadtrummel kamen wir in die absolute Stille! So eine Stille haben wir noch nie erlebt!! Wenn nicht wirklich mal ein Auto ankam (insgesamt vielleicht 3) war es wirklich absolut mucksmaeuschenstill.
Waren nun also im 'wirklichen' Neuseeland angekommen.

Am naechtsen Tag hat sich auch gleich eine kleine Tagestour auf dem Kepler Track ergeben. Es ging durch einen maerchenhaften Urwald immer am Lake Manapouri entlang ueber Haengebruecken und Moore. Ziel fuer diesen Tagestrip war die Shallow Bay - an der wir nochmal den Ausblick auf den Lake Manapouri bei Sonnenschein geniessen konnten (nur die kleinen Sandflies (Stechmuecken) haben uns etwas geaergert, konnten uns aber die Laune nicht verderben. Haben so gute vier Stunden bei super Wetter an der 'frischen' Luft verbracht.

Am selben Tag ging es auch gleich noch weiter nach Te Anau, wo wir auch wieder an einem See uebernachtet haben - dem Lake Te Anau (logischerweise). Da wir es aber kaum abwarten konnten, ins tiefe Fjordenland zu kommen, sind wir sofort aufgebrochen.

Und wie es eben so ist - wenn Engel reisen - haben sich alle Wolken aufgeloest und wir sind dem Sonnenschein regelrecht in die Arme gefahren - die ganzen Eindruecke dieser Fahrt lassen sich nicht in Worte fassen - wir waren beide einfach so baff und gluecklich - besonders natuerlich ueber das fantastische Wetter!!

Um den Sonnenschein auch wirklich richtig auszunutzen, haben wir sofort eine Fjordrundfahrt auf dem Milfourd Sound gemacht, wo wir sogar Delfine und Robben sehen konnten. Nach 2 Stunden auf dem Wasser haben wir uns noch den Upper Fall des Cleddau River angeschaut - dieser kleine Wasserfall hat im Laufe der letzten Jahrmillionen riesige Loecher ins Gestein gegraben, was abendteuerlich aussieht.

Nach so viel Erlebnissen brauchten wir unbedingt mal eine Pause und haben uns in der Milfourd Sound Lodge - eine Art Campingplatz - als 'blinde Passagiere' eingenistet. Haben schoen relaxt, Siedler gespielt, waren uns mal wieder ausgiebig duschen und haben so den Tag ausklingen lassen.

Zum schlafen sind wir dann wieder in unseren Buddy gestiegen und haben uns einen schlafplatz direkt am Milfourd Sound gesucht. Unter einem sternenklaren Himmel und dem Vollmond sind wir ganz zufrieden eingeschlummert (und haben mal wieder wild getraeumt - ein Phaenomen, dass uns auf dieser Reise von Anfang an begleitet).

Da uns die Lodge so gut gefallen hatte und auch die Tueren immer offen standen, waren wir so frei (und frisch ja auch wieder) und haben doch gleich unser Fruehstueck da eingenommen.
Wir werden immer besser in unserem Backpacker dasein und gewiefter... ;) hoho

Wohl gestaerkt und voller Tatendrang war an diesem Tag wandern angesagt. Wagemutig wie wir sind wollten wir gleich den Gertrude Gipfel erklimmen, was uns leider nicht geglueckt ist, da es zu eisig und schneeig in dem Gebiet war. So konnten wir nur im Gertrude Valley ueber Steine klettern und uns ca. eine Stunde etwas warm laufen. Das sollte es natuerlich nicht gewesen sein (an diesem zu unserem Glueck wieder einmal sonnigen Tag!!) und es ging weiter in Richtung Routeburne Track.

Dort ging unsere Tour los und wir haben den Key Summit erklommen - naja 919m aber immer stetig und sehr steil bergauf!!! Fuer uns ein absolutes Highlight - das Wetter war unglaublich und der Rund-um-Blick ueber mindestens 6 verschiedene Gebirgsketten war einfach atemberaubend!!

Gluecklich und zufrieden mit uns und unserer Leistung ging es weiter an den Mirror Lakes vorbei in Richtung Norden nach Queenstown - mussten uns also vom wunderschoenen Sueden verabschieden (denn so suedlich und der Antarktis nah kommen wir nicht wieder, auch wenn wir uns immer noch auf der Suedinsel befinden!!) um in den wunderschoenen Norden aufzubrechen.

Fuer die Nacht gab es einen Zwischenstopp in Kingston am Lake Wakatipu (das Wort wunderschoen koennen wir schon fast nicht mehr hoeren, aber im Synonyme finden sind wir eher schlecht - fuer Anregungen aber offen...)

Auch die letzten 40 Kilometer nach Queenstown waren mit Sonnenschein gesegnet und so sind wir heute Vormittag in die Hochtouristenburg eingefallen. Ueberrascht waren wir darueber, dass hier kein Schnee liegt.
Wir haben uns ein kleines, verschneites alpines Winteroertchen vorgestellt, aber weit gefehlt. Hier steppt der Baer und ueberall gibt es die wahnwitzigsten Freizeitangebote: Bungee, Skydiving und Rundfluege sind neben den 'normalen' Wintersportarten stark gefragt. Unserem Alter (und Geldbeutel) enstsprechend haben wir uns fuer eine Langlauftour entschieden, die in den naechsten Tagen ansteht.

Heute haben wir einen ruhigen Tag in Queenstown verbracht, waren am See spazieren, im Friedhof sonnen und einkaufen! Gerade sitzen wir in einem Hostel, mal wieder als 'verdeckte Ermittler' (zum Thema: Wie bereise ich Neuseeland noch guenstiger als alle anderen - Insidertips!) und untersuchen die Raeumlichkeiten. Hier ist es sehr nett: viele junge zahlende Menschen, kostenloses Internet und Fruehstueck gibts auch noch!!! So kann das weitergehen!

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