Montag, 18. Juli 2005

Viiiiiiiiiiiiel passiert...

Der letzte Abend in Christchurch wurde gebuehrend mit Fish & Chips und noch einem Besuch im Irish Pub beendet. Den naechsten Morgen sind wir richtig zeitig aufgestanden (mit Hilfe der Weckfunktion von Sylies Handy) und zum Canterburry Museum (ist auch noch in Christchurch) gefahren. Das Museum soll das 3. wichtigste von ganz Neuseeland sein und zeigt einiges ueber die fruehe Moarikultur und auch ueber die Antarktisforschung. Aber es war ziemlich klein und so war der Besuch schneller vorueber als geplant und die Reise konnte beginnen!!

Aus der Stadt raus sind wir in Richtung Banks-Halbinsel losgefahren. Einen ersten Stop gab es an dem Aussichtspunkt vom Schlossgarten des Sign of the Takahe. Ein letzter Abschiedsblick ueber Christchurch und die Canterburry Plains. Dann ging es immer die Summit Road entlang - sehr abenteuerlich bergauf - bergab, durch Wolkenschwaden hindurch und an ganz schoen steilen Bergen entlang. War eine ziemlich aufregende Fahrt fuer uns beide (ich das erste Mal am Steuer und Sylie immer dem Abgrund nahe). Haben wir aber alles bestens gemeistert und belohnt wurden wir auch reichlich mit fantastischen Aussichten ueber Buchten und Berge - einfach gigantisch!! Einbisschen wie in Skandinavien an den Fjorden entlang aber alles viel groesser!

Das Land ist so unendlich weit und gross - dass es nur schwer zu fassen ist!! Um jede Kurve bietet sich ein neues schoenes Bild und es hoert einfach nicht auf!! Wir waren total begeistert!

Die Strecke ging immer an der Kueste entlang ueber Lyttelton, Diamond Habour, Pigeon Bay nach Akaroa. Da haben wir dann auch an einem wunderschoenen See unsere Schlafstaette geparkt, Nudeln gekocht und uns in die Betten verzogen. Hier wird es ja so frueh dunkel, so dass wir oft schon um neun im Bett liegen!! Die Tage sind kurz, vergehen schnell und es passiert viel...sooo viel

Den naechsten Tag hatten wir super Wetter und sind weiter in Richtung Sueden aufgebrochen, ueber Ashburton nach Tiamaru. Hatten den ganzen Tag einen tollen Ausblick auf die verschneiten Spitzen der Suedalpen. Auch der Sonnenuntergang war an diesem Tag toll - so ueber den Bergen.

In Tiamaru sind wir erst im Dunkeln angekommen und mussten uns ein lauschiges Plaetzchen zum naechtigen suchen. Haben dann auch eine Bucht am Hafen gefunden. Sylie hat gleich mal die Gegend erkundet und ein kleines Gemeindehaus gefunden in dem lauter aeltere Leutchen rum gewusselt sind und eine Vogelausstellung vorbereitet haben - was fuer ein Glueck!! So konnten wir bei Vogelgezwitscher unser Abendbrot einnehmen, uns gleich noch mal warmen Tee kochen und unsere Wasserkanister auffuellen sowie die weitere Reiseroute planen (unter neuseelaendischer Anleitung). Rundherum gelungen also.

Bei schoenem Wetter sind wir auch den naechsten Tag richtig zeitig gestartet. Unser Ziel war der Lake Tekapo, an dem wir gemuetlich fruehstuecken wollten und letztendlich auch getan haben (Plan eingehalten)!! An dem See sind wir dann auch noch 2 Stunden geblieben und haben die Gegend rundherum erkundet. In einer kleinen Kirche 'Church of the goog shepherd' sollte eine Hochzeit stattfinden, aber leider nicht als wir da waren sondern spaeter. In diese Kirche kommen wohl Leute aus der ganzen Welt, um da zu heiraten. Hinter dem Altar ist ein riesiges Fenster mit einem fantastischen Blick auf den Lake Tekapo - schon romantisch, aber zur Zeit wirklich etwas frisch!!

Die Fahrt ging weiter am tuerkisest-blauen Lake Pukaki vorbei nach Oamaru.
Dort haben wir auch wieder am Hafen, ganz nahe (so nah es eben geht) bei den Blaupinguinen geschlafen.
Oamura ist ein ganz kleines niedliches Staedtchen, das sich architektonisch von den anderen Staedten abhebt. Es gibt einen historische Kern, der im Wiederaufbau ist...

Den Sonntag wollten wir ganz gemuetlich und smoothie gestalten. Haben uns in ein kleines franzoesisches Cafe in Oamaru gesetzt und uns einen Muffin geteilt bei Kaffee am Kamin. Sind dann auch erst ziemlich spaet losgekommen. Bis zu den Moeraki Boulders war es nicht weit. Das sind bis zu 2 meter grosse Steinkugeln, die da mal ebenso im Ozean rum liegen...
Nach einem ausgiebigen Strandspaziergang mit verry steifer Prise haben wir versucht unseren Fruehstuecksplatz herzurichten: allerdings sind wir gescheitert - der Wind war einfach zu stark und so musste das Fruehstueck erstmal verschoben werden. An einer anderen Bucht mit einem wunderschoenen Ausblick auf den Strand wollten!! wir den 2. Versuch starten: allerdings sind wir gar nicht soweit gekommen, da wir schon bei Parken in Schwierigkeiten geraten sind, um nicht zu sagen im Sand stecken geblieben sind. Eifriges Buddeln und Stoecke suchen hat aber nicht wirklich geholfen - zum Glueck gibt es ja die netten Neuseelaender mit guten Ideen und kraeftigen Oberarmen. So ist dann doch alles nochmal gut gegangen und der Tag war gerettet. Versuch 3 sollte dann endlich klappen (aber alle guten Dinge sind ja bekanntlich 3!!)
Um 2. 30 konnte das Fruehstueck - aeh der Brunch beginnen mit 6 Minuten Eiern von gluecklichen Huehnern, Kaffee mit vergorener Milch (was wir aber erst hinterher festgestellt haben) und frischen Broetchen - alles ist also gut geworden - der Sonntag war da!!

In Dunedin sind wir trotz allem (oder gerade deswegen - weil noch mehr einfach an diesem Tag nicht schief gehen konnte!!) noch bei strahlendem Sonnenschein angekommen und gleich erstmal auf einen 'kleinen' Aussichtsichtspunkt gefahren.
Der Carghill ist der hoechste Berg in dieser Umgebung und hat uns einen gigantischen Ausblick ueber die gesamte Stadt sowie das Hinterland gegeben. Auch diese Anfahrt ist erwaehnenswert!! Eine ziemlich steile und teilweise eisige Geroellstrasse. Oben angekommen pfiff uns ein kraeftiger Sturm entgegen, so dass wir aufpassen mussten nicht vom Lookout runtergeweddelt zu werden. Die Aussicht da oben war einfach gigantisch, so dass uns der Wind nicht aufhalten konnte!!! Haben dann noch den Sonnenuntergang auf dem Berg genossen und uns auf den Rueckweg zur schottischen Metropole Neuseelands (Dunedin) gemacht und dort eine ziemlich windige Nacht verbracht.
Vor der Schlafsplatzsuche haben wir uns aber erst einmal auf die Suche nach einer Waschmoeglichkeit gemacht - es wurde auch wirklich Zeit, nachdem wir uns die letzten Tage von Cafetoilette zu Cafetoilette (oder auch mal Krankenhaustoilette) gehangelt haben, um uns wenigstens einbisschen sauber zu halten - backpacker hin oder her... Haben dann auch ein Hostel gefunden, dessen Rezeption nicht besetzt war und die Duschen gleich neben dem Eingang hatte!! So konnten wir ausgiebig (nach einer Woche!!) Koerper- und vor allem Kopfhygiene betreiben.
Frisch und frei ging es dann nach einem deftigen Abendbrot (gebackene Bohnen mit Ei) nochmal auf ein Bier in die City (mit gewaschenen Haaren kann man sich ja dann auch mal wieder unter Menschen wagen).

Heute ist das Wetter nicht ganz so einladend und da der Sonntag so aufregend war, machen wir heute nochmal langsam und sitzen gerade gemuetlich in einem netten Cafe, in dem man das Internet kostenlos nutzen kann (daher ist der Eintrag auch so lang ausgefallen, die naechsten werden wieder kuerzer!!). Machen uns dann noch auf den Weg zu den Albatrossen auf die Otaga Halbinsel oestlich vor Dunedin und dann gehts ab gen Westen - ab ins Fjordenland!!

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